Südkoreas lebendige Lyrikszene ist zuletzt durch Kim Hyesoon bekannt geworden. Zeitgenössische deutschsprachige Lyrik ist dort jedoch noch kaum entdeckt. Nun treffen acht Dichter:innen aus Korea und Deutschland aufeinander, um sich gegenseitig zu übersetzen und die Sprachgrenzen zu ent-dichten.
Die Gruppe besteht aus vier Tridems: Uljana Wolf, Sool Park und Sung Un Gang; Daniela Seel, Sumyeong Lee und Eunhae Lee; Sirka Elspaß, Sono Kim und Dalila Hadzic; Lea Schneider, Liyoun Kim und Marla Koch. Mithilfe junger Übersetzer:innen versuchen die Dichter:innen, eine ihnen zunächst unverständliche Stimme in der eigenen Sprache nachzubilden, mit ihr mitzufühlen, sich von ihr mitreißen zu lassen. Die Rollen werden spielerisch vertauscht, aus Eindeutigkeit wird immer wieder ein „täuschender Geschmack“ (S. Kim, Elspaß), aus Bildern werden „teiltransparente Behälter“ (L. Kim, Schneider).
In der Veranstaltung berichten die Dichter-Übersetzer:innen aus der Werkstatt: von Schönem, Unmöglichem, Neuem und Noch-nicht-Gelöstem; von Poetik und Politik der Übersetzung. In zweisprachigen Lesungen werden Passagen aus dem Work in Progress vorgestellt, um Eindrücke aus der Praxis zu vermitteln.
Der Austausch begann im März 2026 in Hildesheim, die zweite Werkstatt findet an den drei Tagen vor diesem Abend im Haus für Poesie statt. Geleitet wird das Projekt von Uljana Wolf und Sool Park, die für ihre Übersetzung von Kim Hyesoons Autobiographie des Todes 2025 den Internationalen Literaturpreis erhielten.
Mit freundlicher Unterstützung des Deutschen Übersetzerfonds, Literature Translation Institute of Korea und der Korea Foundation
In Lesung & Gespräch Sirka Elspaß, Liyoun Kim, Sono Kim, Sumyeong Lee, Sool Park, Lea Schneider, Daniela Seel, Uljana Wolf
Sprachmittlung Dalila Hadzic, Marla Koch, Eunhae Lee
Moderation Sool Park, Uljana Wolf