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Die eigene Stimme finden & behaupten – Die Preisträgerinnen des Deutschen Literaturfonds: Esther Dischereit & Sophia Merwald

Mittwoch, 25. November 2026

19:30 UHR

Veranstaltungsort

Haus für Poesie

Knaackstr. 97
10435 Berlin
http://www.hausfuerpoesie.org

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Eintritt: 5 €

Details

Am Vorabend der Preisverleihung des Deutschen Literaturfonds treffen zwei Autorinnen unterschiedlicher Generationen aufeinander: Esther Dischereit (geboren 1952 in Heppenheim) und Sophia Merwald (geboren 1998 in Weiden). Die eine blickt auf ein vielgestaltiges Werk zurück, die andere steht am Beginn ihrer literarischen Laufbahn.

Esther Dischereit erhält den Großen Preis des Deutschen Literaturfonds für ihr Gesamtwerk. Es umfasst Prosa, Lyrik, Hörstücke, Gesänge und Essays und ist geprägt von einer kontinuierlichen Suche nach neuen Formen. Als Tochter und Schwester von Überlebenden der Shoa setzt sich Dischereit, so die Jury, mit „verschwiegenen Kapiteln deutscher Geschichte und weiblicher jüdischer Identität“ auseinander, dabei sucht ihr Schreiben „das Historische im Alltäglichen“. Ihre Gedichte arbeiten „mit größter sprachlicher Präzision, mit Brüchen, die Lesegewohnheiten stören“, und finden für Verbrechen, Verdrängung und Mitläufertum „Bilder von erschütternder Klarheit“. In ihrem jüngsten Roman Ein Haufen Dollarscheine (MaroVerlag 2024) erzählt Dischereit eine weitverzweigte Familiengeschichte und lässt die Folgen der NS-Zeit für jüdisches Leben in die Gegenwart hineinwirken. Mit ihr, so die Jury, zeichnet sie eine Autorin aus, die „der deutschen Literatur eine Sprache für das lange Verschwiegene gibt“.

Sophia Merwald wird für ihr Romandebüt Sperrgut (park x ullstein 2026) mit dem Kranichsteiner Literaturförderpreis ausgezeichnet. In ihrem Roman entsteht mit „Lusthansa“ ein Gegenort für die Ausgespuckten, ein Möglichkeitsraum jenseits der Mehrheitsgesellschaft. Doch die Jury sieht die eigentliche Utopie nicht allein in diesem erfundenen Ort oder in der ins Phantastische spielenden Fabel, sondern „im Fabulieren selbst“. Mit Merwalds Roman, heißt es weiter, „schleicht“ sich „ein neuer Ton [...] in die deutsche Gegenwartsprosa ein“. Sperrgut wird so zu einem Buch über „die Lehre vom Widersetzen und vom Widersatz“ – und zu einem „sprachmächtigen Lehrstück darüber, wie man seine Form findet und zugleich außer Fassung gerät“.

Ausgehend von ihren unterschiedlichen literarischen Erfahrungen sprechen die Schriftstellerinnen mit den Jurymitgliedern Maryam Aras und Matthias Kniep über das Schreiben in all seinen Facetten: über Sprache und Formen des Erzählens, über das Verhältnis von Wirklichkeit, Erinnerung und Fiktion und über die Frage, wie Literatur auf eine unruhige Gegenwart reagiert.

 

Eine gemeinsame Veranstaltung mit dem Deutschen Literaturfonds

In Lesung & Gespräch Esther Dischereit, Sophia Merwald
Moderation Maryam Aras, Matthias Kniep

Veranstalter