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Das Wort gegenüber – Buchpremiere mit Roberta Dapunt

Montag, 30. November 2026

19:30 UHR

Veranstaltungsort

Haus für Poesie

Knaackstr. 97
10435 Berlin
http://www.hausfuerpoesie.org

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Eintritt: 8/5 €

Details

„In unserem kleinen Heute aber, in dem der Mensch sein Gehen / als Fortschritt wertet, halten die Berge / scheinbar inne“, schreibt Roberta Dapunt in ihrem neuesten und fünften Gedichtband, im italienischen Original: Il verbo di fronte (Einaudi 2024), der nun auch in deutscher Übersetzung von Alma Vallazza unter dem Titel Das Wort gegenüber (Folio Verlag 2026) erschienen ist. Roberta Dapunt ist eine der bemerkenswertesten Lyriker:innen Italiens.

Bereits ihr Debütband La terra più del paradiso erschien 2008 im renommierten Einaudi Verlag. In diesem Jahr wurde sie mit dem wichtigsten italienischen Lyrikpreis, dem Premio Montale per la poesia, ausgezeichnet. Geboren wurde Roberta Dapunt 1970 im Gadertal in Südtirol, wo sie auch heute auf einem Bauernhof lebt, den sie bis vor wenigen Jahren gemeinsam mit ihrem Mann bewirtschaftete. Das ländliche Leben spielt in ihren Gedichten eine besondere Rolle, vor allem in Nauz (Folio Verlag 2012, „Futtertrog“), dem einzigen Gedichtband, den sie vollständig auf Ladinisch verfasste, ihrer Muttersprache, die sie als „Mundart des Unbewussten“ bezeichnet. Auch im neuesten Band steht die Ordnung des ländlichen Lebens als „ewiger Gegensatz zu meinem Verwirrtsein“ zentral. Aus den Gedichten spricht eine tiefe Schreibkrise, die ein Innehalten notwendig macht; eine Furcht, nicht sagen zu können, was man zu sagen hat: „Um Verständigung bemüht, hielt ich mein Schreiben an, / wollte verstehen und verstanden werden.“ Dapunts Aufmerksamkeit richtet sich dabei gleichermaßen auf die inneren Bewusstseinszustände wie auf die äußere, auch politische Gegenwart. Die Gedichte spüren verschiedenen Formen der Stille nach – jenen „Stillen“, die durch „Erstaunen, Leid und Hingabe“ hervorgebracht werden und in denen die „Fleischwerdung des Wortes“ im säkularen Sinne geschehen kann. Bei allem Zweifel und Leid findet sich in den Gedichten, wie Alma Vallazza in ihrem Geleitwort schreibt, immer auch „Schönheit, weil der Schmerz und die Empörung in diesen Gedichten einen Ausdruck findet, der sie zwar nicht überwindbar, aber sagbar macht“.

 

Mit freundlicher Unterstützung durch das Italienische Kulturinstitut Berlin / Istituto Italiano di Cultura di Berlino

In Lesung & Gespräch Roberta Dapunt
Moderation Asmus Trautsch

Veranstalter