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»STEFAN HEYM - KREUZFAHRER & REBELL«

Freitag, 06. November 2026

18:00 UHR

Veranstaltungsort

Stadtmuseum Cottbus

Bahnhofstraße 22
03051 Cottbus

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Eintritt: Eintritt frei

Details

Sequenzen aus dem Dokumentarfilm »Abschied und Ankunft« mit Inge Heym von Beate Kunath, die märchenhafte szenische Lesung »Vom kleinen König, der ein Kind kriegen musste« mit Felix Komnick und Kindern des Pückler-Gymnasiums Cottbus, Geschichten, persönliche Texte brandenburgischer Autoren und mehr erinnern im Rahmen der Lesereihe Literarische Wortmeldungen aus der Provinz an den berühmten Schriftsteller.

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Stefan Heym: bedeutender Autor, kritischer Journalist und stets aufrechter Mensch. Gelesen, geliebt, gelobt – und angefeindet. Trotz alledem blieb er ein kosmopolitischer Oppositioneller, warb bis ans Ende seines Lebens vergeblich für eine Koalition der Vernunft. Spannend und lebendig erzählen seine Bücher von Hoffnungen, Niederlagen und Enttäuschungen. Seine Waffe war die spitze Feder, immenses Wissen und das geschliffene Wort, Ironie und Sarkasmus seine Stärke. Ein Leben lang stand er für seine Ideale ein: mutig, eigensinnig, kompromisslos, streitbar, unangepasst, wahrhaftig.
Mehrere Dutzend umfasst allein die Titelliste seiner Romane und Erzählungen, dazu noch rund 2500 Titel seines journalistischen und publizistischen Werks. Stellvertretend seien hier genannt: »Kreuzfahrer von heute«, »Collin«, »Ahasver«, »5 Tage im Juni«, »Pargfrider«; nicht zu vergessen die Sammelbände seiner Erzählungen und Publizistik.
Die Berichte über die Stationen seines Lebens lesen sich wie ein spannender Roman. Als selbstdenkender jüdischer Gymnasiast wegen seines Antikriegs-Gedichts geflohen vor den Nazis ins langjährige Exil, nach Studium und Dienst in der US-Army 1952 in die Heimat zurückgekehrt. Der unbeugsame Idealist ließ sich zu DDR-Zeiten als »bekannteste Unperson der Republik (S.H.)« von den dogmatischen Parteibürokraten nicht einschüchtern, aber sogar nach der Implosion 1989 verfolgten ihn massive Anfeindungen. Resignation war seine Sache nicht.
Dennoch, vielleicht verdanken wir gerade seinen enttäuschten Hoffnungen die klugen und bezaubernden Märchen. Oder die bezaubernden Erzählungen aus »Immer sind die Weiber weg« und »Immer sind die Männer schuld« – es war wohl Liebe gepaart mit Altersweisheit, die ihm die Feder führte, als er seiner Frau Inge als außergewöhnliche Geschenke seine liebevoll-spitzzüngigen Geschichtchen schrieb. Allesamt hintergründig komische Miniaturen, kunstvoll mit Jiddisch vermischt, frech und witzig. Literarische Perlen, liebevoll blankpoliert und voller Weisheit.
Seinen »NACHRUF« – ein lebendiges, einzigartiges Geschichtsbuch – verfasste er beizeiten selbst, dieser grandiose, unvergessliche Zeitzeuge des 20. Jahrhunderts, dessen Lebenskreis sich am 16. Dezember 2001 in Israel schloss.

Organisator dieser Veranstaltung zu Ehren Stefans Heyms ist der Freie Deutsche Autorenverband Brandenburg (FDA) im Rahmen der Lesereihe Literarische Wortmeldungen aus der Provinz.
Anmeldung erbeten unter kontakt(at)fda-brandenburg.de 

Veranstalter