Verkörpert mich die Sprache oder ich sie? Welche Rolle spielt der Körper beim Schreiben und für die Literatur? Die Erzählungen aus »Klaviatur der Möglichkeiten« (Periplaneta, 2025) von Sara Reichelt beleuchten die Innenwelten von Menschen, die sich in existenziellen Krisen befinden, aber unerwartete Lösungen finden. Dabei überwinden sie ihre eigenen Grenzen, bisweilen auch die Grenzen sozialer Normen und Erwartungen. In Ferenc Liebigs Gedichtband »Die neue Körperlichkeit« (Klak, 2025) stehen der Körper und seine Sprachwerdung im Fokus. Auf der Suche nach Bedeutung, dem Inhalt von Erinnerungen und der Auseinandersetzung mit Bedürfnissen ist der Körper eine Antwort auf seine Umwelt.
An dem Abend lesen Sara Reichelt und Ferenc Liebig aus ihren Werken und sprechen über die Grenzen von Sprache, die Freude und Angst beim Überschreiten von Grenzen und über die Eigenleben von Körpern und Textkörpern.
Sara Reichelt, 1964 in Nürnberg geboren, ist Künstlerin mit den Schwerpunkten Belletristik, visuelle Kunst und Tanz-Performance. Am liebsten arbeitet sie multimedial. Die Inspiration für ihre Texte und Kunstwerke findet sie nicht nur in ihrem Alltag in einem multikulturellen Stadtviertel, sondern auch während ihrer Auslandsaufenthalte u. a. in Buenos Aires, Istanbul, Beirut und Odessa. Neben Veröffentlichungen in Anthologien und Zeitschriften erschienen bei Periplaneta die Romane »Gefährliche Mietschaft« (2023) und der Erzählband »Klaviatur der Möglichkeiten« (2025).
Ferenc Liebig, 1983 in Potsdam geboren, schreibt, weil er sich in der Sprache am wohlsten fühlt. Als Schriftsteller nahm er an zahlreichen Lesungen teil, inszenierte ein Theaterstück mit dem Titel »Väter« und veröffentlichte in verschiedenen Literaturzeitschriften und Anthologien. Sein Lyrikdebüt »Geräusche aus dem Zimmer nebenan« erschien 2024 bei der LiteraFreakPress, gefolgt von »Schnappschüsse« im Verlag der 9 Reiche und »Die neue Körperlichkeit« 2025 im KLAK Verlag. Er ist Teil des Künstlerkollektivs »turtle collectives«.