Bettina Rolyn studierte Politik, Sprachen und Kultur am Claremont McKenna College (BA) und diente von 2003 bis 2007 in der US-Armee, wo sie Persisch lernte und als Verhörer von Kriegsgefangenen ausgebildet wurde. Sie wurde medizinisch entlassen und erwarb später einen Master-Abschluss in persischer Sprache und persische Kultur. Nachdem sie eine Karriere in der Rüstungsindustrie aufgegeben hatte, studierte sie Theologie in Stuttgart und schloss dann ihren MFA in Creative Non-Fiction an der Carlow University in Pittsburgh ab. Ihre Texte und Gedichte sind unter anderem im Stadtsprachen Magazin, The War Horse und The Wrath-Bearing Tree erschienen und werden weiterhin in ihrem Substack Newsletter veröffentlicht. Derzeit arbeitet sie an ihren Memoiren über ihre Erfahrungen als Frau in der US-Armee, und schreibt Aufsätze. Sie lebt und arbeitet seit 2018 als Übersetzerin, kreative Autorin und Lektorin in Berlin.
Was hat Sie nach Berlin verschlagen? Die Liebe? Der Zufall? Die Weltpolitik?
Das Schicksal und Karma haben mich im Alter von 14 Jahren zum ersten Mal hierher geführt zu einem Besuch, dann kam ich für ein Austauschjahr in der 10. Klasse und seitdem komme ich immer wieder zurück. Wie eine Katze mit vielen Leben kam ich 2018 mit einem Freiberufler-Visum hierher und bin geblieben.
An Berlin liebe ich:
Die Vielfalt. Hier ist für jeden etwas dabei. Der ständige Austausch zwischen Künstlern, Kreativen und internationalen Kulturen schafft eine Atmosphäre der persönlichen Entfaltung und Selbsterkenntnis.
In Berlin vermisse ich:
Die Sonne und das Mittelmeer.
Ein Lieblingsort in Berlin:
Der Holzmarkt, die Spree, alle Staatlichen Museen.
Sind Sie in Berlin ein anderer Mensch, eine andere Autorin, ein anderer Autor als im Land Ihrer Herkunft? Inwiefern?
Ich bin nach wie vor ein zufälliger Botschafter meines Landes, aber erst seit meinem Umzug hierher habe ich ernsthaft mit dem Schreiben begonnen. So hat sich meine Identität hier geöffnet und weit über meine Herkunft hinaus erweitert, bleibt aber dennoch davon geprägt. Ich fühle mich hier auf eine Weise frei, die ich interessanterweise im „Land der Freiheit“ nicht empfinden konnte.
Ein literarisches Werk, das ich gern geschrieben hätten:
Meine Memoiren, meinen Roman und meine Gedichte ... Es gibt noch so viel, was ich gerne geschrieben gehabt hätte. Ich bewundere Annie Ernaux sehr, ebenso wie viele weibliche Militärveteran-Autorinnen, die mir den Weg gewiesen haben.
Finalist De Groot Foundation Courage to Write Grant, Spring 2023
Radial Stipendium for translating German literature into English, November 2022 - TOLEDO Programm Deutscher Übersetzerfonds