Angelika Reitzer

© Peter Koellerer

Steckbrief

geboren am: 27.10.1971
geboren in: Graz, Steiermark, Österreich
lebt in: Wien

Vita

Reitzer wurde 1971 in Graz geboren und lebte bis zur Matura in der Steiermark. Anschließend Studium der Germanistik und Geschichte in Salzburg und Berlin (Humboldt-Universität), Abschluß mit einer Arbeit zur Poetik Ernst Jandls. Seit 2001 lebt sie mit ihrer Familie in Wien.
Während des und nach dem Studium verschiedene Arbeiten im und um den Kulturbereich herum, u.a. als Ausstellungsführerin, Studienassistentin, beim Sommerfestival »Szene« in Salzburg, im Neue Visionen Filmverleih (Berlin), als Filmvorführerin, in einem Wiener Verlag und als Geschäftsführerin des Forum Stadtpark Graz. Außerdem als freie Lektorin für verschiedene (Sachbuch-)Verlage, u.a. den Heften für Gegenwartskunst, der »springerin« tätig gewesen. Sie veröffentlichte in div. Literaturzeitschriften (u.a. manuskripte, kolik, edit) und Anthologien, außerdem im Rundfunk, Minidramen wurden in Wien und Tirol uraufgeführt.
2007 erschien der Roman Taghelle Gegend im österreichischen Haymon-Verlag (Shortlist zum aspekte-Preis und Hermann-Lenz-Stipendium), 2008 der Prosaband Frauen in Vasen. Im selben Jahr wurde Reitzer zu den Tagen der deutschsprachigen Literatur eingeladen und erhielt den Reinhard-Priessnitz-Preis.Zuletzt wurde im Kunsthistorischen Museum Wien das Minidrama Ein Auge zudrücken aufgeführt und beim Filmfestival Diagonale in Graz wurde der Film Der Zuhälter und seine Trophäen von Antoinette Zwirchmayer mit Text von Angelika Reitzer prämiert. Reitzer erhielt verschiedene Auszeichnungen, 2014 den Literaturpreis des Landes Steiermark.

»Beeindruckend an Angelika Reitzers Buch sind die Gleichzeitigkeit und die Gleichberechtigung nicht nur von Perspektiven, sondern auch von Erfahrungen.« (NZZ, S. Moser)
»Prosa mit halluzinogener Wirkung: Angelika Reitzers neuer Erzählband ist ein großer Sprachrausch!« (Die Zeit Online, C. Klook)
»Immer wieder werden Reitzers Texte mit Filmsequenzen verglichen, was stimmig ist. Als sie den Reinhard-Priessnitz-Preis 2008 erhielt, argumentierte man mit ihrem versierten Einsatz von Schnitten und Überblendungen, von Schärfe und Unschärfe und Lichtführung, der ihren Blick zur Kamera und ihre Erzählungen zu Filmen werden lässt. – Doch ihr Text leistet eine Spur mehr, er arrangiert und spielt die Melodie dazu. Ein stilles, betörendes Lied, dessen Echo noch lange nachhalt, wenn der Buchdeckel längst zugeklappt ist.« (Die Presse, M. Napetschnig)

Redaktionelle Mitarbeit und Moderation bei der Reihe Textvorstellungen sowie für literarische Neuerscheinungen in der Alten Schmiede Wien, Lehrtätigkeit am Institut für Sprachkunst an der Universität für Angewandte Kunst Wien.

Würdigung

2003 Finalistin beim Literarischen März Darmstadt (Lonce und Lena-Preis)
2004  Österreichisches Staatsstipendium für Literatur; Manuskripte-Literaturförderungspreis, Literaturstipendium des Landes Steiermark
2005  Literaturstipendium der Stadt Graz, Rom-Stipendium des Bundeskanzleramtes
2007  Hermann-Lenz-Stipendium, Nominierung zum Aspekte-Literaturpreis des ZDF (Shortlist) für Taghelle Gegend, Wiener Autorinnenstipendium
2008  Einladung zu den Tagen der deutschsprachigen Literatur (Ingeborg-Bachmann-Preis), Reinhard-Priessnitz-Preis
2009  Förderungspreis der Stadt Wien
2011  Grazer Autorenstipendium
2012  Max Kade Writer in Residence, Bowling Green State University, Ohio, Otto Stössl Preis
2014  Literaturpreis des Landes Steiermark
2016  Outstanding Artist Award für Literatur des BKA Österreich


Aktuelles

Es ist, als habe Adalbert Stifter seine Ururenkelin gefunden, die gleich ihm seitenlang all die Namen der Pflanzen aufschreibt, die im Garten wachsen, die Namen der Besucher, die irgendwann einmal in die Stube hereinschneien und die man beim Lesen, ihrer schieren Vielzahl wegen, zu verwechseln beginnt. Und erst all die Gerätschaften, Möbelstücke, Dinge, die es penibel aufzulisten gilt! […] Zwei Frauen, zwei Versuche, damit zurande zu kommen, dass die Jugend dahin ist – erzählt in einem ruhigen, kunstvoll verlangsamten Roman. Karl Markus Gauß, Neue Zürcher Zeitung, 27.5.2014   Wie Goethes Roman ist „Wir Erben“ von einer Art kühler und wahrhaftiger Redseligkeit geprägt. „Laub“, „Oben“ oder „Störfeld“ lauten Kapitelüberschriften. Ähnlich „systemisch“ und distanziert beobachtet die gebürtige Grazerin Angelika Reitzer auch die Protagonisten ihres dritten Romans. Doch welche Fülle entfaltet sich in diesem Prosa-Wurzelwerk! „Wir Erben“ ist ein Buch, das sich wie manche Pflanze beim Botanisieren nur langsam erschließt, die Geduld aber mit einer neuen realistischen Sichtweise reich belohnt. Katrin Hillgruber, Der Tagesspiegel, 31.5.2014

Werk

Eigenständige Veröffentlichungen

Veröffentlichungen in Anthologien

Museum der Träume: Schriftsteller schreiben über Meisterwerke der Kunst

Brandstätter Verlag2014-02-28

Ein Regenbogen kennt kein Heimweh: Lebensentwürfe chinesischer Frauen

edition keiper2012-12-14 Eine andere Geschichte

Literatur/a, Jahrbuch 2011/12: Peter Handke gewidmet

Ritter Klagenfurt2012-03-01 Alle hören zu, obwohl keiner spricht (Reden über Ingeborg Bachmann)

»Einen schweren Schuh hatte ich gewählt ...«: Lesen und wandern rund um Leukerbad

Dörlemann2013-04-01 Almen, Leitern, flaches Land ?

Alphabet der Kindheit

Leykam2012-09-11 Index 1

Einträge im Register der Literaturzeitschriften

Veröffentlichungen in literarischen Zeitschriften

manuskripte

Grazmanuskripte Literaturverein

Übersetzungen

Hos oss

Rámus förlag Malmo/Schweden2013 Roman

Herausgeberschaften

Bleistift, Heft & Laptop: 10 Positionen aktuellen Schreibens

Jung u. Jung2016-04-15 Katalog

Sehnsucht und Revolution / Wie im echten Leben

Sonderzahl2014-09 Essays

Zuletzt durch Angelika Reitzer aktualisiert: 17.10.2016

Literaturport ID: 1010