Dorothea Renckhoff

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Steckbrief

follow geboren am: 18.6.1949
geboren in: Witten/NRW/Deutschland
lebt in: Köln, Neustadt-Nord

Vita

Dorothea Renckhoff wurde in Witten an der Ruhr (NRW) geboren. Nach dem Abitur studierte sie in Bochum Literatur- und Theaterwissenschaft und Filmtheorie und machte gleichzeitig ausgedehnte Praktika an diversen Theatern, vor allem am Schauspielhaus Bochum unter Hans Schalla. Außerdem arbeitete sie während dieser Zeit als freie Mitarbeiterin für verschiedene Tageszeitungen und veröffentlichte erste eigene dramaturgische Texte.
Peter Zadek engagierte sie als Assistentin für Regie und Dramaturgie fest ans Bochumer Schauspielhaus; auf seine Veranlassung hin erarbeitete sie ihre erste Theaterübersetzung: 'Ich war Hitlers Dienstmädchen' von Christopher Wilkinson, die im BO-Theater unten des Schauspielhauses erstaufgeführt wurde.
Renckhoff arbeitete in Bochum u. a. mit Tankred Dorst, Mike Weller, Rainer Werner Fassbinder, Werner Schroeter und Burkhard Mauer und war mit einer Kollegin zusammen mehrere Monate lang für die gesamte Disposition zuständig.
Der Chefdramaturg Burkhard Mauer nahm sie mit nach Berlin an die Freie Volksbühne, wo sie mit Kurt Hübner, Helmut Käutner, Filippo Sanjust, Wilfried Minks und vielen anderen zusammenarbeitete.
Nach zwei Jahren ging sie nach Köln und war dort freiberuflich als Theaterübersetzerin und Dramaturgin sowie als Regieassistentin und Autorin für das Fernsehen des WDR tätig.
Anschließend wurde sie leitende Dramaturgin am Rheinischen Landestheater Neuss/Theater am Niederrhein Kleve beim Intendanten Karl Wesseler. Hier arbeitete sie u. a. mit Wolfram Mehring, Johannes Reben und Hans Magnus Enzensberger zusammen. Enzensberger schrieb als Auftragsarbeit für das Rheinische Landestheater seine Fassung von Molières 'Der Bürger als Edelmann' für Willy Millowitsch in der Titelrolle.
Renckhoff gelang mit dem Intendanten Wesseler in Neuss die Wiederentdeckung und erfolgreiche Wiederaufführung vieler vergessener Stücke, vor allem von im 3. Reich verbotenen Autoren, u. a. von Georg Kaiser und Karel Capek, aber auch die Uraufführung von Stücken lebender Autoren.
Von Neuss aus ging Renckhoff als Chefdramaturgin mit Wesseler an die Städtischen Bühnen Münster, wo sie diese Entdeckungen fortsetzte, auch im Musiktheaterbereich. So kam es zu Ur- und Erstaufführungen sowie Wiederentdeckungen von Werken von Barbara Honigmann, Harald Mueller, Karl-Otto Mühl, Lisa Witasek, Minoru Miki, Oscar Straus, Georg Kaiser, Inge Langner, Leonhard Frank u. v. a.
1989 beendete Renckhoff ihre Theaterkarriere, da eine führende Position am Theater mit den familiären Anforderungen (verheiratet, zwei Kinder) nicht länger vereinbar war.
Seitdem lebt sie als freie Autorin und Theaterübersetzerin in Köln.
Nach vielen kulturjournalistischen Arbeiten und literarischen Übersetzungen entstanden zuerst eigene Hörspiele, dann auch Theaterstücke und Opernlibretti, eine Schauspielerbiographie und zunehmend auch epische Prosa und Lyrik.
Seit 2008 ist sie Mitglied im PEN-Club, seit 2010 verwitwet. 2014 erschien mit 'Verfallen' ihr erster Roman.

Würdigung

Seit 2008 Mitglied im PEN-Club

Aktuelles

Engelsgartentexte - literarische Reihe für das Schauspiel Wuppertal (Kuratieren und Moderieren, 2014/2015 - 2016/17)

Werk

Eigenständige Veröffentlichungen

Veröffentlichungen in Anthologien

Persönlichkeit zerschnitten. Siegfried Wagner und Oscar Wilde. in: Siegfried Wagner. Bayreuths Erbe aus andersfarbiger Kiste

Are Musikkverlag GmbH Mainz2017 Essay

Karl Wesseler. in: Gerhard Jussenhoven, "Man müßte nochmal Zwanzig sein", m. 3 Audio-CDs

Edition Capella2011-02-04

Bergschäden. in: Stimmenwechsel: Poesie längs der Ruhr

Klartext-Verlagsges.2009-12-22 Gedicht

Hoffmanns Erzählungen, live. in: Realitäten und Visionen

DuMont Reiseverlag, Ostfildern2000 Erinnerungen

Szenenwechsel. Eine Metamorphose. in: Alles wandelt sich. Echos auf Ovid. Hrsg. v. Gabrielle Alioth u. Hans-Christian Oeser

P & L Edition/2016 Kurzgeschichte

Das Hexenflosz. Ruhr-Oper für Chöre und Solisten a cappella. (Libretto). in: Festschrift Hans Jaskulsky zum 60. Geburtstag

Pro Business2010-11-19

'...und die Seele ging weinend über die Sümpfe davon.' Das Erlebnis Oscar Wilde bei Siegfried Wagner. in: Siegfried Wagner-Kompendium

Centaurus2003-07-01 Vortrag

Veröffentlichungen in literarischen Zeitschriften

In Fromentals Haus. in: Karrussell Nr.6, Bergische Zeitschrift für Literatur

Bergischer Verlag Remscheid2017 Kurzgeschichte

Durchgangslager. in: KARUSSELL - Ausgabe 4/2016: Bergische Zeitschrift für Literatur

Bergischer Verlag2016-05-17 Kurzgeschichte

Der Hochglanzprospekt. in: Die beste Zeit, Nr. 20

HP Nacke Wuppertal2013 Erzählung

Unmerklich verschwindet die Freiheit - Täuschung. 2 Gedichte. in: Karussell. Bergische Zeitung für Literatur 1/2012

HP Nacke Wuppertal2012

Beim Restaurator. in: Städte, ihre Häuser: Zeitschrift für Literatur, Der Dreischneuß Nr. 28

Marien-Blatt Lübeck2016-08-01 Kurzgeschichte

Die kreisrunde Stadt Berganza. in: Die beste Zeit, Nr. 24

HP Nacke KG Wuppertal2013/14 Erzählung

Lieber Karl Otto Mühl. in: Karussell. Bergische Zeitung für Literatur 2

HP Nacke Wuppertal2013 Geburtstagsplauderei

Die Mordkiste. Erzählung. in: Die beste Zeit. Das Magazin für Lebensart

Verlag HP Nacke KG Wuppertal2011

Übersetzungen

Theaterhandwerk: 101 selbstverständliche Regeln zum Schreiben und Inszenieren

Alexander Verlag2006-04

Mehr als 30 Theaterstücke für diverse Theaterverlage

sonstige Werke

Bühnenwerke:

Das klingende Haus. Theaterstück. Felix Bloch Erben Theaterverlag. Berlin 1998 (Bühnenmanuskript)
Uraufführung: 15. 11. 2001 Deutsches Schauspielhaus Hamburg

Der blaue Vogel. Oper in fünf Akten. Musik von Harald Banter. Schott Musik International GmbH & Co, Mainz 1999
Uraufführung 4. 9. 1999 Theater Hagen
Erstsendung Hörfunk WDR 19. 12. 1999

Klassik für jedes Wetter. Schiller und Goethe live auf Wetwork. Theaterstück. Felix Bloch Erben Theaterverlag, Berlin 1999 (Bühnenmanuskript)

Glanz und Verdunkelung. Frische Blumen für Straus. Theaterstück für eine Schauspielerin und einen Pianisten. Felix Bloch Erben Theaterverlag, Berlin 2002 (Bühnenmanuskript). Uraufführung: 20. 2. 2013 Freie Bühne Wieden, Wien

Der gläserne Birnbaum oder Milstein wartet auf mich. Theaterstück. Felix Bloch Erben Theaterverlag, Berlin 2004 (Bühnenmanuskript)

Hörspiele:

Das Luftspringerkind. Erstsendung WDR 1995

Das Haus am Kanal. Erstsendung WDR 1997

Chansons und Lyrics:

Lieber fröhlich als tot. Lyrics zum gleichnamigen Stück. Rowohlt Theaterverlag, Reinbek 1994 (Bühnenmanuskript)

Cornflakes. Lyrics zum gleichnamigen Musical. Theaterverlag Nyssen & Bansemer, Köln 1994 (Bühnenmanuskript)

Träumereien um ein Sommerhaus. Lyrics zum gleichnamigen Musical. Rowohlt Theaterverlag, Reinbek 1993 (Bühnenmanuskript)

Kulturjournalistische Veröffentlichungen und Vorträge

Übersetzung von mehr als 30 Theaterstücken

Zuletzt durch Dorothea Renckhoff aktualisiert: 28.06.2017

Literaturport ID: 1472