Eva Brunner

© Eva Brunner

Steckbrief

geboren am: 26.11.1957
geboren in: Luzern / Schweiz
lebt in: Berlin, Schöneberg

Kontakt: Apostel-Paulus-Str. 7, 10823 Berlin

Vita

Die in Luzern /Schweiz geborene Eva Brunner durchlebte im Haushalt ihres Stiefvaters, einem Schweizer Privatbankier, eine märchenhafte Kindheit, bis sie 1970 durch den überraschenden Selbstmord des Bankiers jäh beendet wurde. Denn neben dem familiären Verlust brach auch das Imperium diverser Firmen, das sich später als ein undurchsichtiges Gefüge verschachtelter Scheinfirmen herausstellte, wie ein Kartenhaus in sich zusammen. Der Skandal zog weite Kreise.
Diese autobiografischen Ereignisse stehen im Mittelpunkt des Hörspiels "Blauensee", das vom Schweizer Radio DRS1 in der Regie von Fritz Zaugg produziert (2007) und 2008 mit dem "Prix Suisse" ausgezeichnet wurde. Die Geschichte bildete 2013 den Stoff zum Dokumentarfilm "Der Krösus von Luzern" von Sören Senn - und zum Theaterstück "Der kleine Gatsby", das Brunner zusammen mit Brigitte Amrein 2016 verfasst hat.
Nach der Matura in Luzern lernte Eva Sprachen in London, Barcelona und Turin und hielt sich mit vielen Jobs über Wasser. 1975-1984 lebte sie in Rom, wo sie am American College of Rome "Communications" (Schwerpunkt: Film und Fotografie) studierte, sowie als Übersetzerin und Regieassistentin bei freien Theatergruppen arbeitete. Während ihrer Zeit als Theaterfotografin und Mitarbeiterin bei Mario Pavones Gruppe "Teatro del Baccano" entstanden ihre ersten Theaterstücke. Das 1984 im Teatro in Trastevere in Rom auf Italienisch uraufgeführte Stück "Kalt" erlebte ein Jahr später am Stadttheater Luzern seine deutschsprachige Erstaufführung. Als Hausautorin am Stadttheater verfasste sie in der Spielzeit 1985-86 das Stück "Granit / Goethe tief in der Schweiz". Mit dem Erhalt des Aufenthaltsstipendiums für "Junge deutschsprachige Autoren" des Literarischen Colloquiums und des Berliner Senats zog sie 1987 nach Berlin, wo sie seither als freie Autorin und Übersetzerin im Medienbereich tätig ist.
Eva Brunner ist Autorin von Radioerzählungen der Reihe "Passagen" (SFB, Radio Kultur), Hörspielen (Schweizer Radio DRS) und Theaterstücken.
Seit 2005 ist sie auch als Fotografin präsent mit Gruppen- und Einzelausstellungen im In- und Ausland. Von 2007-2011 war sie Meisterschülerin bei Professor Arno Fischer an der Ostkreuzschule für Fotografie, Berlin. 2009 war sie Mitbegründerin der Produzentengalerie für zeitgenössische Fotografie "exp12 / exposure twelve" in Berlin und 2010 des Fotografennetzwerks "MfG - Movement for Galleries" Berlin.

Würdigung

2008 Prix Suisse für "Blauensee" als bestes Hörspiel - Nominierung für den "Prix Italia" und für den "Prix Europa"

2005 Stadtmühle Willisau, Aufenthaltsstipendium in Willisau, Schweiz

2004 Schweizer Kulturstiftung Landis & Gyr, Aufenthaltsstipendium in Zug, Schweiz

1997 Aufenthaltsstipendium der Akademie der Künste im Alfred-Döblin-Haus in Wewelsfleth

1996 Förderpreis "Hörspiel übermorgen" des Schweizer Radios DRS für "Frieda Flachmann"

1988 Stipendium für Berliner Schriftsteller - Senator für Kulturelle Angelegenheiten, Berlin

1987 Aufenthaltsstipendium für Junge deutschsprachige Autoren im Literarischen Colloquium - Senator für Kulturelle Angelegenheiten, Berlin

Aktuelles

DER KLEINE GATSBY - EIN LUZERNER GROUNDING
Theaterstück von Eva Brunner & Brigitte Amrein
Im Rahmen des Kulturprojekts "Halbinsel" der Gemeinde Horw
Uraufführung 20. Mai/Juni 2016 im Park der Villa Krämerstein, Horw bei Luzern, Schweiz www.sagenhafteshorw.ch

Eva arbeitet zurzeit an dem Photoband TransFigurationen mit der Travestie-Künstlerin Barbara - www.facebook.com/BeingBarbara


BLAUENSEE - Ein wahres Märchen mit fatalen Folgen
Hörspiel von Eva Brunner
Ein Produktion des Schweizer Radios DRS1 in der Regie von Fritz Zaugg
In dem Hörspiel geht es um einen authentischen Fall. Erich Binder, ein Schweizer Bankier und Mäzen, war jahrelang das personifizierte Zentrum der Luzerner Gesellschaft. Wer sich zum Umfeld des Bankiers zählen durfte, hatte den Eintritt in eine Glamour-Welt aus Politik, Wirtschaft und Kunst geschafft. Legendär waren die Feste, zu denen Binder auf sein Schloss lud. Doch der Absturz kam schnell und unvermutet: Binder beging Selbstmord und das Imperium seiner diversen Firmen brach zusammen wie ein Kartenhaus.
Eva Brunner hat sich in dem Hörspiel mit der eigenen Familiengeschichte auseinandergesetzt. Entstanden ist dabei ein Lehrbeispiel über die Irrationalität des Geldes, über Gier und Größenwahn, das - angesichts der globalen Finanzkrise - aktueller ist denn je. (rbb)
Mit: Desirée Meiser, André Jung, Chris Pichler, Fritz Lichtenhahn, Hanspeter Müller-Drossaart, Gilles Tschudi, Horst Warning, Emil Steinberger u.v.a. Musik: Risch Biert, Regie: Fritz Zaugg



Werk

Eigenständige Veröffentlichungen

Veröffentlichungen in Anthologien

Filmriss: Jäh aus

LCB-Editionen, Berlin1987 Prosa

Übersetzungen

Antonio Gavino Sanna: Aprilscherz

Theaterstückverlag, München1996 Theater

Stella Leonetti: Nachtgedanken oder Kandisblau

S.Fischer Verlag, Frankfurt aM1988 Theater

sonstige Werke

Theater:
1982 k.allotropos, Teatro dell'Orologio, Rom, Italien
1984 Kalt (auf Italienisch), Teatro in Trastevere, Rom, Italien
1985 Kalt (Deutsche Fassung) Stadttheater Luzern, Luzern, Schweiz
1988 Von wegen abwege (mit Wolfgang Haider, Georg Klein), Theater Zerbrochene Fenster, Berlin
1994 Alles wird gut (Krokodilstränen), Luzerner Spielleute, Luzern, Schweiz
2016 Der kleine Gatsby - Ein Luzerner Grounding (mit Brigitte Amrein), Sagenhaftes Horw, Villa Krämerstein, Luzern

Hörfunk:
1988 Geist trug die Steine..., Reihe "Passagen", Sender Freies Berlin 3, Berlin
1989 Herrscher und Herrscherin, Reihe "Passagen", Sender Freies Berlin 3, Berlin
1991 Der Schweiz den Rücken kehren?, Reihe "Passagen", Sender Freies Berlin 3, Berlin
1997 Frieda Flachmann, Hörspiel, Schweizer Radio DRS 1, Schweiz
1999 Im Paradies der Plauderer, Reihe "Passagen", Radio Kultur, SFB, Berlin
2007 Blauensee, Hörspiel, Schweizer Radio DRS 1, Schweiz

Zuletzt durch Eva Brunner aktualisiert: 22.05.2016

Literaturport ID: 1044