Feridun Zaimoglu

© Ursus Samaga

Steckbrief

geboren am: 4.12.1964
geboren in: Bolu (Türkei)
lebt in: Kiel

Vita

Feridun Zaimoglu, geboren 1964 im anatolischen Bolu, lebt seit 35 Jahren in Deutschland. Er studierte Kunst und Humanmedizin in Kiel, wo er seither als Schriftsteller, Drehbuchautor und Journalist arbeitet. Er war Kolumnist für das Zeit-Magazin und schreibt u.a. für die Welt, die Frankfurter Rundschau, Die Zeit und die FAZ.
1998 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Zusammenschlusses „Kanak Attack“, der Name geht auf Zaimoglus „Kanak Sprak“ (1995) zurück. In diesem, seinem ersten Buch, versucht der Autor authentisch die subversive Kraft der Sprache junger türkischstämmiger Männer in Deutschland literarisch darzustellen. Damit wendet er sich gegen einen romantischen Multikulturalismus. 1997 wurde „Kanak Sprak“ in einer freien Hamburger Theaterproduktion auf Kampnagel und kurz darauf am Jungen Theater Bremen fürs Theater adaptiert - hierbei wurden zusätzlich Monologe aus Zaimoglus drittem Buch „Koppstoff“ verwendet, das als Pendant zu „Kanak Sprak“ junge türkischstämmige Frauen porträtiert. 2000 kam der Film "Kanak Attack", die Verfilmung seines Buches "Abschaum" (1997), in die Kinos.
Theaterfassungen und Drehbücher schreibt Zaimoglu, der 1998 den Drehbuchpreis des Landes Schleswig-Holstein erhielt, meistens mit seinem Ko-Autoren Günter Senkel. In den Jahren 1999/2000 war er am Nationaltheater Mannheim während der Schauspieldirektion Bruno Klimeks als Theaterdichter beschäftigt. 2004 hatte er eine Gastprofessur an der Freien Universität Berlin inne. 2005 erhielt Zaimoglu ein Stipendium an der Villa Massimo, Erlebnisse dieses Rom-Aufenthalts hat er im Buch „Rom Intensiv“ literarisch verarbeitet. Neben seiner Arbeit als Schriftsteller ist Zaimoglu auch als bildender Künstler und Kurator tätig. Unter dem Titel „Kanak Attack. Die dritte Türkenbelagerung“ führte Zaimoglu vom 7. bis 28. März 2005 in der Kunsthalle Wien eine „Fahneninstallation“ durch.
Im November 2007 war Zaimoglu im Rahmen der Tübinger Poetik-Dozentur Dozent an der Universität Tübingen.
Sein Roman „Liebesbrand“, in dem er u.a. einen selbst erlebten Busunfall in der Türkei literarisch verarbeitet, wurde sowohl für den Preis der Leipziger Buchmesse 2008 nominiert, als auch für den Deutschen Buchpreis der Frankfurter Buchmesse.

Würdigung

1997 Civis-Medienpreis
1998 Drehbuchpreis des Landes Schleswig-Holstein
2002 Friedrich-Hebbel-Preis
2003 "Preis der Jury" beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb für die Erzählung "Häute" (erschienen in
dem Band Zwölf Gramm Glück)
2003 war er Inselschreiber auf Sylt
2004 Adelbert-von-Chamisso-Preis
2005 Villa-Massimo-Stipendium
2005 Hugo-Ball-Preis der Stadt Pirmasens
2006 Kunstpreis des Landes Schleswig Holstein
2007 Carl-Amery-Literaturpreis
2007 Grimmelshausen-Preis für "Leyla"
2007 Tübinger Poetik-Dozentur gemeinsam mit Ilija Trojanow
2008 Corine für "Liebesbrand"

Werk

Eigenständige Veröffentlichungen

Einträge im Register der Literaturzeitschriften

sonstige Werke

Theaterstücke (zusammen mit Günther Senkel):
"Casino Leger", UA Schauspiel Frankfurt 2003
"Ja. Tu es. Jetzt.", UA Junges Theater Bremen, 2003
"Halb so wild", UA Theater Kiel, 2004
"Othello", nach Shakespeare, UA Kammerspiele München, 2003
"Lulu Live", nach Wedekind, UA Kammerspiele München, 2006
"Nathan Messias", UA Schauspiel Düsseldorf, 2006
"Schwarze Jungfrauen", Theater Hebbel am Ufer, 2006
"Molière", UA Salzburger Festspiele, Schaubühne am Lehniner Platz, 2007
"Romeo und Julia", nach Shakespeare, UA Theater Kiel, 2006
"Schattenstimmen", UA Schauspiel Köln, 2008

Zuletzt durch Feridun Zaimoglu aktualisiert: 12.05.2016

Literaturport ID: 992