Lutz Seiler

© Renate von Mangoldt (2004)

Steckbrief

geboren am: 8.6.1963
geboren in: Gera / Thüringen
lebt in: Michendorf / Wilhelmshorst

Vita

Lutz Seiler wurde am 8. Juni 1963 in Gera/Thüringen geboren. Aufgewachsen ist er in den Dörfern Culmitzsch und Korbußen in Ostthüringen. Heute lebt er in Stockholm und in Wilhelmshorst bei Berlin. Nach einer Lehre als Baufacharbeiter arbeitete er als Zimmermann und Maurer. 1990 schloss er ein Studium der Germanistik ab, seit 1997 leitet er das Literaturprogramm im Peter-Huchel-Haus. Von 1994 bis 1999 war er Mitherausgeber der Literaturzeitschrift "moosbrand".

1995 erschien sein Debüt, der Gedichtband "berührt/geführt" im Oberbaum Verlag. Mit "pech & blende" (2000) legte Lutz Seiler seinen ersten Band im Suhrkamp Verlag vor. 2003 folgte der Gedichtband "vierzig kilometer nacht". Neben Gedichten publizierte Lutz Seiler Essays und arbeitete als Herausgeber. 2004 erschien die Essaysammlung "Sonntags dachte ich an Gott", 2005 die Erzählung "Die Anrufung" und 2008 der Band "Turksib. Zwei Erzählungen". 2009 legte er einen Band mit 13 Erzählungen unter dem Titel "Die Zeitwaage" vor, 2010 erschien der Gedichtband "im felderlatein" im Suhrkamp Verlag und 2012 die Erzählung „Im Kinobunker“ im Verlag Ulrich Keicher.

Würdigung

Für sein Werk erhielt Lutz Seiler mehrere Preise, darunter den Kranichsteiner Literaturpreis (1999), den Literaturpreis der Freien Hansestadt Bremen (2004), den Preis der SWR-Bestenliste (2005) sowie den Ingeborg-Bachmann-Preis (2007). Für "Die Zeitwaage" erhielt er 2010 den Fontane-Preis und den Deutschen Erzählerpreis. 

Er war Writer in Residence in der Villa Aurora in Los Angeles und in 2005/2006 Gastprofessor am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Im Jahr 2011 war er Stipendiat der Villa Massimo.

Er ist Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, der Akademie der Künste in Berlin, der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, der Sächsischen Akademie und der Mainzer Akademie der Wissenschaften und Literatur.

Werk

Eigenständige Veröffentlichungen

Veröffentlichungen in Anthologien

The Faber Book of 20th-Century German Poems

Faber and Faber London2005 Lyrik

Lebensbibliothek, in: text+kritik Nr. 157 (Peter Huchel)

text+kritik2003 Essay

Schwarze Abfahrt Gera-Ost, in: Deutsche Landschaften

S. Fischer Verlag2003 Essay

Hotel Parnassus. Poetry International 2002

Uitgeverij De Arbeiderspers2002 Lyrik

La Poésie Allemande Contemporaine

Seghers Paris2001 Lyrik

Jahrbuch der Lyrik

C.H.Beck und S. Fischer1998 Lyrik

Im Ankerglas, in: Zeitzonen

edition selene2004 Essay

Nie hört die Nachkriegszeit auf. Über Jürgen Becker, in: text+kritik. Zeitschrift für Literatur, in: text+kritik, Nr.159 (Jürgen Becker)

text+kritik2003 Essay

VersSchmuggel

Verlag Das Wunderhorn2003 Lyrik

New Writing in German

Chicago Review2002 Lyrik

Das verlorene Alphabet. Deutschsprachige Lyrik der neunziger Jahre

Verlag Das Wunderhorn1998 Lyrik

Übersetzungen

Georges Castera, in: Vers Schmuggel

Verlag Das Wunderhorn2003 Lyrik

Jáchym Topol: Das hier kenn ich

Druckhaus Galrev1996 Lyrik

Herausgeberschaften

Christoph Meckel. Ungefähr ohne Tod im Schatten der Bäume. Ausgewählte Gedichte

Carl Hanser Verlag2003 Gedichtauswahl

Jahrbuch der Lyrik 2003

C.H.Beck2002 Lyrik-Anthologie

Peter Huchel. Text +Kritik Nr. 157

edition text +kritik2003 Literaturzeitschrift

moosbrand. neue texte

Gerhard Wolf Janus Press1994 Literaturzeitschrift

Über Werk / Autor

Marja Rauch: Lutz Seiler / KLG-Artikel

edition text und kritik2005 Artikel im Kritischen Lexikon der Gegenwartsliteratur

Ewout van der Knaap: Laudatio für Lutz Seiler zum Ernst-Meister-Preis

Weimarer Beiträge, H. 4, S. 623ff2004 Laudatio

Michael Braun: Die dunklen Absencen

Frankfurter Rundschau, 18.2.20042004 Kritik

Harald Hartung: Madeleines aus Bitterfeld

FAZ, 7.10.20032003 Kritik

Lothar Müller: Der Knochenträumer. Laudatio zum Bremer Literaturpreis

Sprache im technischen Zeitalter, H. 170, S. 153ff2003 Laudatio

Sebastian Kleinschmidt: Innere Sprache, inneres Kind. Laudatio zum Anna-Seghers-Preis

Sinn und Form, H. 2, S. 271ff2003 Laudatio

Peter Geist: "überdunkeltes atmen durch die umzäunug". Über die Lyrik Lutz Seilers und ihre Wahrnehmung in der Literaturkritik

die horen, H. 203, S. 163-1802001 Essay zum Werk

Angelika Overath: Poesie, radioaktiv

NZZ, 28.12.20002000 Kritik

Jan Wenzel: das ICH liest den eisernen Zähler

edit, H. 23, S. 53f2000 Kritik

Lothar Müller: Sonntags wird der Himmel geschleift

FAZ, 2.9.20002000 Kritik

Michael Braun: wir hatten gagarin, aber gagarin hatte auch uns...

Basler Zeitung, 15.9.20002000 Kritik

Sebastian Kiefer: Sprachverführung. Suggestion und Wortmusik in Lutz Seilers Gedichten

neue deutsche literatur, H. 6,, S. 171ff2000 Kritik

Katrin Hillgruber: Großmutters Böcke

Der Tagesspiegel, 3.12.991999 Kritik

Klaus Michael: Die magische Erinnerung der Welt

Ostragehege, H. 41996 Kritik

Sybille Cramer: Orpheus prüft sich selbst. Der Lyriker Lutz Seiler in seinen Essays

SZ, 28.10.20052005 Kritik

Jan Volker Röhnert: der film, der folgte, läuft noch immer

neue deutsche literatur, H. 12004 Kritik

Beatrice von Matt: Hinter Fliegengittern die Erinnerung

NZZ, 7.10.20032003 Kritik

Jan Wenzel: & die rüden lächeln durch die jägerzäune

edit, H. 32, S. 61ff2003 Kritik

Lothar Müller: Schottervogel lacht im Leergut

SZ, 6.10.20032003 Kritik

Ursula Krechel: Auf den Spuren der Kohlefadenbirne

Die Zeit, 29.1.20042003 Kritik

Alexander von Bormann: Poesie gegen alle Lebensverkümmerungen

Die Welt, 9.9.20002000 Kritik

Helmut Böttiger: Es kommen härtere Zeichen

Frankfurter Rundschau, 5.8.20002000 Kritik

Kathrin Hillgruber: Mein Jahrgang, dreiundsechzig

SZ, 2./3.9.20002000 Kritik

Martin Ahrends: Glockenschläge ans Ungelebte

Die Zeit, 16.11.20002000 Kritik

Paul Jandl: Schwerer Einsatz an den Lauben

Neue Züricher Zeitung, 8.5.20002000 Kritik

Ursula Krechel: Chrysanthemen in Beton gegossen

Der Tagesspiegel, 18.10.20002000 Kritik

Michael Buselmeier: Wir grüßen Gagarin

Freitag, 11.06.991999 Kritik

sonstige Werke

Film

"Nr. 73" Kurzfilm Drehbuch: Jens Alpermann; Co-Autor Lutz Seiler
Regie: Jens Alpermann
Darsteller: Otto Sander, Hermann Beyer, Rolf Ludwig
Hochschule für Film und Fernsehen "Konrad Wolf" 1995.
Der Film erhielt 1996 den Hauptpreis beim Filmkunstfestival Schwerin, 1997 den Preis für das beste Drehbuch beim Filmfestival Santiago/Chile und wurde vom Goetheinstitut angekauft.


Mini-CD: 7 Poems by Lutz Seiler. Accompanied by Anna Homler (Percussion / Voice) and Michael Intriere (Violincello), Los Angeles 2003

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Literaturport ID: 128