Marc-Oliver Bischoff

Steckbrief

geboren am: 25.5.1967
geboren in: Lemgo / Nordrheinwestfalen
lebt in: Ludwigsburg, Oßweil

Vita

Marc-Oliver Bischoff wurde 1967 in Lemgo geboren und wuchs in einem kleinen Dorf am Stadtrand von München auf. Nach dem wirtschaftswissenschaftlichen Studium verschlug es ihn zunächst an den Bodensee, in die Schweiz und nach Frankfurt, der Stadt, der er sich bis heute am meisten verbunden fühlt. Inzwischen lebt er mit seiner Frau und zwei Kindern in Ludwigsburg und pendelt als Technologieberater zwischen seinem Wohnort und London. Für seinen ersten Kriminalroman ›Tödliche Fortsetzung‹ wurde er mit dem ›Friedrich-Glauser-Preis‹ in der Sparte ›Debüt‹ ausgezeichnet.Sein zweiter Kriminalroman, "Die Voliere", erscheint im Juli 2013 im Grafit Verlag Dortmund.
facebook: http://www.facebook.com/marc.bischoff.7web: www.marc-oliver-bischoff.de

Würdigung

Friedrich-Glauer-Preis für den besten Debütroman 2012

Aus der Laudatio von Petra Busch:
Lieber Marc!
Du hast uns drangekriegt: War er’s oder war er’s nicht …… unser misanthropischer literarischer (und also fiktiver) Autoren-Kollege Martin Kanther. Der Held, oder besser: Antiheld der „Tödlichen Fortsetzung“. Nicht einmal der selbst weiß, ob er während eines seiner rauschbedingten Filmrisse zum Mörder geworden ist oder nicht.In seinem Debütroman verwebt Marc-Oliver Bischoff Fiktion und Realität zu einem packenden Szenario des Grauens. Dabei treibt er die Handlung wie in langjähriger Profi voran. Unerbittlich, konsequent aufgebaut und mit überraschenden Wendepunkten verdichtet der Autor Szenen der Gewalt und Passagen tiefster Menschlichkeit zu einem komplexen und stimmigen Thriller.Faszinierend ist, wie exzellent der Autor die Details seiner vielfältigen Schauplätze recherchiert hat. Da stimmt alles: vom Aktenzeichen eines Vernehmungsprotokolles  über die weißen Kacheln und den Formalingeruch, zwischen denen der Rechtsmediziner die Unterbrechung der zerebralen Blutzufuhr erklärt bis hin zu den ausgetretenen Stufen, die zum muffigen Zimmer der ukrainischen Prostituierten führen, der Frau mit den vielen blauen Flecken – dem ersten Opfer in ‘Tödliche Fortsetzung’.Das Opfer ist – wie so vieles im Roman – keines für Leser mit zartem Gemüt. Aber es ist auch keines, das Blutvergießen fordert. Es ist ein Opfer, bei dem – und auch das inszeniert Marc Bischoff gekonnt – vieles erst in der Phantasie des Lesers zum Grauen wird. Und nicht nur das: Auch in der Phantasie des Protagonisten Martin Kanther wächst das Grauen:War er’s oder war er’s nicht – er selbst, der Schriftsteller?Mit der Figur des Kanther beweist Marc-Oliver Bischoff seine ganz große Stärke: Charaktere zu schaffen, die nahe gehen und die den Leser noch lange nach der Lektüre beschäftigen.Kanther verkörpert selbstverschuldete Tragik und gelassene Resignation. Er säuft, haust im Dreck, existiert in den Tag hinein. Doch er jammert oder bemitleidet sich nicht, und er schimpft auch nicht über andere. Genau deswegen ist er auch nicht nur anstoßend. Im Gegenteil: Er berührt den Leser in seinen Defiziten. Genauso, wie Martin Kanthers Gegenspieler und Gefährten mit all ihren großen Licht- und Schattenseiten und ihren kleinen, liebevoll gezeichneten Eigenheiten uns nahe gehen.
Marc-Oliver 
Bischoff hat einen packenden, tiefgründigen und beängstigend realistischen Kriminalroman geschaffen. Einen, der die düsteren Seiten des Lebens genau umreißt. Und einen, der auch geübte Krimileser überrascht und überzeugt.
Lieber Marc,Du hast uns dran gekriegt! Und nicht nur das, sondern auch dazu, Dir den Friedrich-Glauser-Preis für das beste Debüt des Jahres 2012 zuzuerkennen.

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Literaturport ID: 1858