Margareth Obexer

Maxi Obexer
© Foto Gezett

Steckbrief

Pseudonym: Maxi Obexer
geboren in: Brixen, Italien
lebt in: Berlin, Kreuzberg

Vita

 


Maxi (Margareth) Obexer wurde in Südtirol, Italien geboren. Für ihr erstes Theaterstück "Gelbsucht" wurde ihr mit 23 ein Stipendium des Literarischen Colloquiums in Berlin angeboten. Seither lebt sie in Berlin als Autorin von Theaterstücken, Hörspielen, Essays und Erzählungen.
Sie war Gastprofessorin am Dartmouth College, USA, an der Universität der Künste in Berlin, am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig sowie an der Georgetown University in Wasington, DC.


Ihr erster Roman "Wenn gefährliche Hunde lachen" erschien 2011 im Folio Verlag. Für ihr zweites Romanprojekt "Unter Tieren" war sie erneut Stipendiatin im Literarischen Colloquium Berlin.


Seit langem setzt sich Maxi Obexer für eine anspruchsvolle Vermittlung der dramatischen Kunst ein. Mit Sasha Marianna Salzmann gründete sie 2014 das "Neue Institut für Dramatisches Schreiben", Nids. www.nids.eu


Maxi Obexer studierte Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft, Philosophie und Theaterwissenschaft in Wien und Berlin.
Für ihre Werke erhielt sie Preise und Stipendien, u.a. von der Akademie Solitude, der Akademie der Künste, Berlin, und zuletzt den Eurodrampreis 2016 für "Illegale Helfer".


Zu ihren zahlreichen Bühnenwerken gehören unter anderem "Die Liebenden", "Von on Kopf bis Fuß", "Die Kämpfe der Frauen" , "Gletscher" und "F.O.B. - Free on board".


Mit "Das Geisterschiff" schrieb sie ein Stück, das seit Jahren auf deutschen Bühnen zu sehen ist. Es thematisiert eine der größten Flüchtlingstragödien im Mittelmeer, die jahrelang von der italienischen Regierung verschwiegen wurde.


Als Sinnbild des europäischen Umgangs mit Flüchtlingen, ist es ein Sinnbild für die vielen achtlos hingenommenen Toten, aber auch für die Missachtung der Menschenrechte von europäischer Seite.


"Manchmal gibt es Wunder in der Theaterwelt. Es erscheinen junge Menschen, zugleich bescheiden und furchtlos, die sich an die großen Themen der Theatergeschichte heranwagen. (...) Mit ihren Stücken zwingt Margareth Obexer die Tragödie auf die Bühne zurück und hebt dadurch deren Unmöglichkeit in der heutigen Welt auf.« Jean Baptiste Joly, Direktor der Akademie Solitude, Stuttgart


Es bleibt ein Text in Erinnerung, der es ganz allein, ohne angestrengte visuelle Verwirrung, mit seiner perfid-leichten, sarkastischen Ernsthaftigkeit schafft, für Unruhe und Irritation zu sorgen. Bernd Noack, Theater Heute


 Ein ähnlich politisches Thema, nämlich die Verteidigung der Menschenrechte, behandelt Obexer mit "Lotzer. Eine Revolution".


 „The Times they are a changing“ aus den rebellischen Jahren des 20. Jahrhunderts als Leitmotiv für eine Schlüsselfigur der Revolution im Frühen 16. Jahrhundert? (...) Sebastian Lotzer: Ein zugleich fast vergessener Held der deutschen Geschichte und erstaunlich aktuell. Georg Seßlen, Markus Metz, Bayrischer Rundfunk


 Annäherung an einen stillen Revoluzzer


 Es sind mutige Worte, die Margareth Obexer ihrem Helden, dem Kürschnermister Sebasian Lotzer, schon im ersten Akt in den Mund legt: „Und es wird Zeit; wir nehmen uns die Freiheit und gehen los. Wir gehen durch die alten Gassen über den alten Platz über die alte Brücke durch die alten Tore hindurch – wir verlassen die alte Welt und gehen in die neue hinein.“ Sueddeutsche Zeitung


 In vielen ihrer Essays und Theaterstücken beschäftigt sie sich seit Jahren mit der Flucht und der Migration von Menschen, mit der europäischen Flüchtlings- und Asylpolitik, mit der Rolle der Zivilgesellschaft. So auch in ihrem jüngsten Stück "Illegale Helfer", das zurzeit als Hörspiel und Theaterstück große Beachtung findet. Es wurde vom WDR zuerst als Hörspiel produziert und ist derzeit auf österreichischen und deutschen Bühnen zu sehen.


Obexer ist akribisch, auf stille Art sehr genau. Sie recherchiert. Für ihr neues Stück, "Illegale Helfer", das gerade am Schauspielhaus Salzburg seine Uraufführung erlebte, trug sie drei Jahre lang Material zusammen. Aber eigentlich begann die Arbeit daran bereits vor mehr als zwölf Jahren. (...) Nichts läge Obexer ferner, als zu agitieren. Sie vertraut auf Wahrheit und Menschenverstand, ist darin sicherlich eine Idealistin, aber blauäugig oder militant ist sie nicht. Süddeutsche Zeitung


Vom deutschsprachigen Komitee von Eurodram wurde "Illegale Helfer mit dem Eurodrampreis 2016 ausgezeichnet.


"Unbekannte Realität. Eine dieser sozialen Gruppen, die es vielleicht noch gar nicht solange gibt in unserer Gesellschaft, stellt uns Maxi Obexer mit ihrem brandaktuellen Stück vor – tatsächlich einem der spannendsten Theatertexte zum Thema. Der Text zeugt und bezeugt eine wohl nicht kleine Gruppe von Individuen, die sich für soziales Handeln entschieden haben. Es ist ein Handeln im Stillen. Gegen den Willen des Staates, der anderswo immer noch darum ringt, ob und wie oder wann man am besten handelt. Und das was wir da lesen, findet wirklich statt und genau in diesem Moment, ohne, dass die Öffentlichkeit viel über das darin liegende Dilemma zwischen Recht und Mitgefühl ahnt." Christian Mayer, Dramaturg, Graz


In "Wenn gefährliche Hunde lachen" schildert Maxi Obexer eine junge Frau aus Nigeria, die sich auf den Weg in ein freies, selbstbestimmtes Leben macht, das sie in Europa zu finden glaubt. Die Reise wird zum Albtraum, die Ankunft zur Erniedrigung. Währen die in Tanger in einer Erdhöhle auf die Überfahrt wartet, berichtet sie ihrer Familie zu Hause von dieser Reise und von Europa. Die Briefe, die noch dem Hässlichsten eine schöne Seite abgewinnen, stärken Helens visionäre Kraft und halten sie in ihrem Überlebenskampf.


 


WENN GEFÄHRLICHE HUNDE LACHEN. ROMAN


Obexer schreibt auf unaufdringliche Weise packend. Sie lässt Helen vorsichtig nach Worten für das Unerträgliche suchen. Nie wird sie sensationsheischend, nie zu intim, tastet sich an der Grenze dessen entlang, was ein Mensch gerade noch in Worte fassen kann, ohne wahn- sinnig zu werden. Süddeutsche Zeitung


Absolut empfehlenswert!


Gefühlvoll und spannend schreibt Maxi Obexer über ein politisch sehr aktuelles Thema und gibt mit ihrer Protagonistin Helen unzähligen Flüchtlingsfrauen ein Gesicht. Funkhaus Europa, Buchtipp


Der Blick der Autorin bleibt immer in der Naheinstellung, nie geht er in die Totale. Und so teilt man als Leser bald mit Helen die Erfahrung, sich nur mühsam an die Wirklichkeit herantasten zu können, sich das Bild der Geschichte aus Szenen und Situationen, aus Dialogen und Briefen erst langsam herauszulesen. Durch diese Form ist der Roman von Anfang an spannend. Taz


Die Geschichte von Helen, welche die Südtirolerin Maxi Obexer in ihrem Romandebüt erzählt, gehört in unsere Zeit. Eine Zeit, in der Flüchtlinge als politisches Druckmittel benutzt werden und österreichische Landtage Soldaten an der heimischen, alles andere als überrannten Grenze fordern. Einer Zeit, in der die Angst vor dem, was draußen ist, die Innenpolitik dominiert und dieses Äußere zugleich allzu oft gesichtslos und im Dunkeln bleibt. Die 1970 geborene Autorin entzündet hier ein Streichholz. Der Standard


Obexer glänzt durch Sachlichkeit. Eindrücklicher kann nicht einmal eine Doku-Reihe vermitteln. 'Wenn gefährliche Hunde lachen' ist ein mutiges, ehrliches Buch, dessen Resümee keine Antwort gibt, sondern die Frage stellt: Sind wir Europa? Stuttgarter Nachrichten


In "Der längste Sommer", ihrem neuesten, gerade fertig gestellten Essay- und Erzählband reflektiert sie ihre eigene Einwanderungsgeschichte, während sie den Zug nach Berlin mit sechs jungen Geflüchteten teilt, die ihr Glück in Europa versuchen.


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 

Werk

Zuletzt durch Margareth Obexer aktualisiert: 31.03.2016

Literaturport ID: 476