Stephan Reimertz

Vita

Stephan Reimertz, Deutschlands poeta doctus, ist bekannt für Gedichte von unnachahmlicher Anmut. In seinen Short Stories ist er jenem Phänomen auf der Spur, das wir Liebe nennen. In seinem vielgelesenen Roman Eine Liebe im Porträt setzte er der Malerin und Wagnersängerin Minna Tube ein Denkmal, die daraufhin wiederentdeckt wurde. Sein Klassiker Papiergewicht beschreibt das Zerbrechen einer westdeutschen Familie in den siebziger Jahren.


»Das Schreiben fiel mir von Kind auf leicht«, sagt Reimertz. »Ich öffne nur die Büchse der Pandora und staune, was alles herausstömt.« Er dichtet seit seinem siebenten Lebensjahr. »Ich wollte auf jeden Fall einen seriösen Beruf wie Dichter, Maler oder Komponist ergreifen und keinen unseriösen wie Anwalt, Journalist oder Manager. Hätte ich keinerlei künstlerische Begabung, wäre ich Opernregisseur.«


 


Pressestimmen zu Eine Liebe im Porträt, Roman, Rowohlt 1996


Stephan Reimertz legt die bündige und blitzgescheite Beschreibung einer facettenreichen Beziehung vor. Die Geschichte des kühlen Genies und der leidenschaftlich-graziösen preußischen Pfarrerstochter: Reimertz erzählt sie im lockeren Plauderton, ohne je den Respekt und das Einfühlungsvermögen für jene begnadeten Gestalten im Konflikt zwischen bourgeoiser Attitüde und kreativer Umwälzung zu verlieren. Aachener Zeitung


Daraus entwickelte sich ein hoch schwieriges Miteinander, das nur wenige Jahre dauerte. Stephan Reimertz hat diese Zeit in seinem Buch einfühlsam und spannend beschrieben. Brigitte


Pressestimmen zu Papiergewicht, Roman, Luchterhand 2001


Eine überaus gelungene Geschichte voller grotesker Figuren und einem Ende, das den Atem stocken läßt. Max


Die Perspektive des kindlichen Outcasts spannend zu halten, gelingt Reimertz auf beeindruckende Weise. In kurzen, trockenen Sätzen entfaltet sich die Psychologie des kleinen Helden, die es durchaus mit der Lakonie von J.D. Salingers Holden Caulfield aufnehmen kann. Es ist selten, daß moderne Romane richtigen Herzschmerz auslösen. Mit Papiergewicht stimuliert Stephan Reimertz die wehen Punkte der Kindheit, an die sich jeder Erwachsene erinnert. Die Welt


Papiergewicht ist eine glänzende und zugleich beklemmende Schilderung der bundesrepublikanischen Gesellschaft Ende der sechziger, Anfang der siebziger Jahre. Südhessen Woche


Dieser sehr empfehlenswerte Roman steht in bester Tradition zu Romanen wie Salingers Fänger im Roggen. Der stets optimistische Unterton, verbunden mit der positiven Sichtweise der jungen Hauptfigur, bewirkt ein Lesevergnügen, das von Unterhaltung mit Tiefgang geprägt ist. Und Oliver lernt, daß Niederlage die Grundlage des Sieges von morgen sein kann; vorausgesetzt, man gibt nicht auf. Lektueretipp.de


Das Leben des jungen Erzählers gestaltet sich wie ein Boxkampf. Kaum am Boden liegend, steht er immer wieder auf, Runde um Runde. Verbund der Öffentlichen Bibliotheken Berlins


Stephan Reimertz’ Roman ist atmosphärisch dicht, und es stimmt jedes Detail. Die Geschichten, die er erzählt, sind solche, die das Leben schreibt. Mit seinem Romanerstling ist es ihm gelungen, das Lebensgefühl jener Zeit einzufangen. Ein Buch grimmiger Nostalgie. Kieler Nachrichten


Mit Liebe zum Detail und voll gelungener Genrebilder vom Anfang der 70er Jahre, und angenehmer Weise ohne einem Revival-Geschwafel zu verfallen, werden das fiktionale Erleben von Oliver und die tatsächliche Zeitgeschichte verflochten. Titel


Mit viel Hintersinn und dem Händchen für überraschende Wendungen erzählt. Siegener Zeitung


Seine Erzählerfigur, eine gelungene Synthese aus Kevin und Oskar Matzerath, hebt sich mit ihrer altklugen, selbstironischen Haltung vom zuweilen betulichen Benennungsdrang seiner Kollegen wohltuend ab. Er ist nämlich ein kleiner Klugscheißer von zehn Jahren, der Dickens liest und selbst Romane schreibt und auf Frauen mit großen Brüsten steht. Das hat dieses Buch: eine erfrischende Freude am Widerspruch und eine witzige, verspielte Unbekümmertheit bis zum Schluß. Wer kurzweilige, freche Jugenderinnerungen lesen will, wird hier bestens bedient. Neue Zürcher Zeitung


Selten ist es einem Autor so fabelhaft schlüssig und glaubwürdig gelungen, das (nicht zuletzt aus dem Glauben genährte) Standvermögen eines kleinen Jungen in unserer noch gar nicht so „alten“ Wohlstands- und beginnenden Spaßgesellschaft darzustellen. Literatur im Gespräch


Mit Papiergewicht ist Stephan Reimertz ein wunderschönes Buch gelungen. Er entgeht der Gefahr einer weiteren verklärenden Reminiszenz auf die bis zur Übersättigung ausgeschlachteten 70er Jahre. Echo


Das Buch ist wirklich sehr berührend geschrieben und ich denke für alle die Leser eine große Freude, die sich an den legendären Kampf zwischen Muhammed Ali und Joe Frazier erinnern. SWR


Literarisch schwergewichtig. Boxsport


Pressestimmen zu Max Beckmann, Luchterhand, München 2003


Beckmanns bewegtes Leben, von den Anfängen in Berlin über die Jahre des Exils bis zur Emigration in die USA, schildert Stephan Reimertz kenntnisreich in seinem Buch — es gilt schon jetzt als Standardwerk über den Klassiker der Moderne. Focus


Eine bessere Publikation über den Einzelgänger, der sich mit seinen eindrucksvollen Selbstportraits, einen Frauenfiguren und explosiven Großstadtszenen in die vorderste Linie der Kunst des 20. Jahrhunderts malte, gibt es zur Zeit nicht. … eine Pioniertat. Südkurier


Ein Standardwerk, das den Maler und Menschen porträtiert, seinen Aufstieg und Fall im Nazi-Deutschland, die Qual des Exils. Welt am Sonntag


Quellen- und facettenreich folgt der Band im Aufbau dem Lebensstrang einer klassischen Biographie. Die Lebensdaten geben der Biographie das klare Gerüst, um das sich aber zusehends mehr rankt. Wie die von Beckmann um 1920 entworfenen Bildszenen sind die Tableaus, die aus der Erzählung aufsteigen, bis zum Bersten gefüllt. Und sie öffnen sich Szenen aus Musik, Literatur, Film, Politik, selbst aus der Medizin. Als Kunsthistoriker greift Reimertz freilich auch zurück und dehnt seine Kopfreisen in andere Jahrhunderte und Länder aus. Frankfurter Allgemeine


In 2003, Stephan Reimertz, novelist and art historian from Paris, put out the first biography of Max Beckmann; it is the life story of one of the great artists and of a century, a chronicle of fifty years of western civilization and a panorama of modern art. The style of the book is as sober and clear, as bright and colourful as Beckmann's paintings. It shows the intellectual and artistic development of an unparalleled spirit and presents many photos and sources in for the first time. The work can be read as a narrative or used as a general reference source. It has been labelled a standard guide like John Richardson’s »Picasso«. experts.about.com


Die biographischen Fakten sind aufschlußreich. Da findet sich manches, was in den bislang erschienenen Monografien nicht vorkam. Berliner Literaturkritik


Überzeugend analysiert Reimertz die Gruppenbilder, die Frauenporträts und Selbstbildnisse. Sächsische Zeitung


Diese überzeugend geschriebene Biografie begleitet Beckmanns Leben von der Kindheit in Pommern bis zum plötzlichen Tod in New York. Reimertz ist auf der ständigen Suche nach Verbindungslinien zwischen dem persönliche Werdegang und der künstlerischen Entwicklung. Die Kunstausbildung, der Sanitätseinsatz im Ersten Weltkrieg, der schnelle Ruhm in Berlin, die ausgedehnten Reisen, die Krisen, das Exil, die Rückkehr nach Deutschland und die Jahre in den USA - dies sind einige Stationen seines Lebens. Man muss dem Autor ein großes Kompliment für diese lang erwartete, schön gestaltete Biografie machen. literaturtest.de


Eine hervorragende Biographie. Büchervielfraß


Reimertz schafft mit dieser Biographie das überzeugende Porträt einer großen Künstlerpersönlichkeit. Ein Muß für jeden Kunstfreund und für Beckmann-Verehrer sowieso. Nordkurier


Eine Fundgrube von Buch. Prisma


Mit der Emphase eines Augenzeugen beschreibt Reimertz die Genese eines neuen kantig expressiven Zeichenstils, beschreibt die dicht verschränkten Kompositionen der Strichfolge »Hölle« sowie die psychologisierende Selbstbespiegelung des verstörten Malers in seinen Portraits der Nachkriegszeit. Süddeutsche Zeitung


Inspirierte Biographie. Börsenblatt des dt. Buchhandels


Eine solide wissenschaftliche Arbeit: Mehr als andere, die bisher über Beckmann geschrieben haben, belegt der Autor auch die einsame Ausnahmefigur des Künstlers. Abendzeitung, München


Ein lange erwartetes Standardwerk. Elmshorner Nachrichten


 

Würdigung

Max Beckmann, rororo-Monographie 1995: Schloß Wiepersdorf-Stipendium 1995


Papiergewicht, Luchterhand, München 2001: Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb, Klagenfurt 2000


- Aufenthalts-Stipendium der Stichting Culturele Uitwisseling, Amsterdam 2002 -2003


Max Beckmann, Luchterhand, München 2003: Bestenliste der Süddeutschen Zeitung und des Norddeutschen Rundfunks, Mai 2003

Aktuelles

Wollen Sie in die Politik gehen?

Dann sollten Sie zuerst diesen Text lesen! Ein russischer Komponist versucht, Ihnen die Lust an der Politik auszutreiben. Stephan Reimertz geht in die Oper und entdeckt auch einen bekannten Nerd mit Brille und Zopf.


Blinder Passagier im Grab

Bei einem Gang über den Frankfurter Zentralfriedhof stellt Stephan Reimertz fest, daß sich im Grab des Philosophen Arthur Schopenhauer jemand befindet, der dort nicht hingehört

Werk

Eigenständige Veröffentlichungen

Veröffentlichungen in Anthologien

I hate Berlin: Unsere überschätzte Hauptstadt

Ehrenwirth2011-11-25 Essay

Paris - Ein Reiselesebuch

Ellert & Richter2008-09-15 Essay

Mit Lebenslust und Leidenschaft: GenießerGeschichten

Verlag Herder2009 Essay

Münchner Erfahrungen

- München: Münchner Edition - Schneekluth.1982 Essay

sonstige Werke

der schriftsteller


Ein heiterer Streifzug durch die Literaturszene. Der Autor zeigt, daß er seinen Namen, ReimErtz, zurecht trägt.


 


der schriftsteller fortsetzung


»der erfolg bringt leider / nicht nur applaus auch neider«: Unser Schriftsteller muß aus steuerlichen Gründe nach Monaco ziehen und begegnet dort mit Sicherheit keinem Kollegen, dafür allerhand illustren Figuren


 


schriftsteller früher


Kokett gereimt spottet Reimertz über die Schriftsteller früherer Generation, die mit Pfeife und Tweedjackett davon schwadronieren, wie schlecht die Welt sei


 


wer kennt ihn nicht


... den Faust von Goethe? Reimertz reflektiert in Reimen über mögliche und unmögliche Faust-Inszenierungen. Auf eine setzt er besondere Hoffnungen


 


herr beckmann


Reimertz hat nicht nur einen Roman und zwei Monographien über Max Beckmann geschrieben, hier handelt er das Leben des großen Malers in einem kleinen Gedicht ab


 


Das Mädchen


Ein Mann lernt in Paris ein junges Mädchen kennen. Sie verlieben sich und ahnen nicht, daß sie enger verbunden sind, als sie sich träumen lassen


 


Von dressierten Männer, Steinzeitfeministinnen und Luxusladies


Stephan Reimertz wirft sich ins Münchner Gesellschaftsleben, sieht die wiederauferstandenen Damen Esther Vilar und Alice Schwarzer auf der Bühne und entdeckt am Buffet einige Gesichter, die ihm irgendwie bekannt vorkommen 


 


Eine dänische Prinzessin


Was tun, wenn der Mut zur Liebe fehlt? In dieser Kurzgeschichte von Stephan Reimertz unterhalten sich zwei hinterbleiebe über eine Prinzessin und ihr ungelebtes Leben


 


Opern, Sex und Ballettstunden


Stephan Reimertz wuchs auf, als es bereits die Pille, aber noch kein Aids gab. Dennoch lernte er, dass sich nicht alle Mädchen zur Begrüßung die Kleider vom Leibe rissen. Von der ersten Schwärmerei bis zum ersten Sex wurde es ein langer Weg. Doch er bekam unerwartete Hilfe - von Richard Wagner


 


Französisch lernt man nur mit Liebe


An der Côte d'Azur bessert der junge Stephan Reimertz sein Französisch auf; mit Hilfe einer hübschen Französin


 


Ein Münchner in der Hölle


Heimatlos in der neuen Heimat: 1984 zog der bayerische Student Stephan Reimertz von der Isar nach Berlin. Er suchte Abenteuer im Kultur- und Nachtleben der Metropole. Doch nur ein Jahr später floh er wieder vor einer Stadt, die für ihn zum Alptraum geworden war. Am Ende blieb nur noch eine Lösung


 


Bitte die Präpositionen vorzeigen!


Für Berlin fehlt Stephan Reimertz jegliches Verständnis. Als er sich einmal doch durch diese östliche Vorstadt von Potsdam schlägt, kommt es zu bemerkenswerten Begegnungen


 


Proust in Berlin


1984 lernte Stephan Reimertz den ersten Proust-Übersetzer Rudolf Schottlaender kennen. Zwischen dem Studenten (West) und dem Philosophen (Ost) entwickelte sich eine philosophische Freundschaft - geprägt von der Teilung der Stadt Berlin.


 


Die erste deutsche Proust-Übersetzung


In seinem viel zitierten und oft nachgedruckten FAZ-Artikel von 1995 konnte Stephan Reimertz eine neue Bewertung der Proust-Übersetzung von Rudolf Schottlaender aus dem Jahre 1926 etablieren und damit ein Missing Link der Proust-Forschung nachtragen. Nebenbei entdeckte er, welche eminenten Geister Schottlaenders Übersetzung ihre erste Proust-Lektüre dankten.


 


Die Spanier kommen


Reimertz besucht die große Schau spanischer Maler des Siglo de Oro und begegnet Malern wie El Greco, Velázques, Murillo und Ribera. Auf die Frage, ob es Künstlern mit Auftraggebern wie Adel und Kirche besser ging als auf dem freien Markt, findet er eine überraschende Antwort


 


Boxing Cuba


Abschied von Cuba: Bevor die Insel in der Karibik im Amerikanismus untergeht, zeigt das Völkerkundemuseum in München noch einmal Photos der berühmtesten Boxer und damit zugleich ein Stück des sozialen Alltags.


 


Die Freundschaft von Bruno Kreisky zu Oberst Gaddafi


Spätestens seit dem Aufstand in Libyen war Oberst Gaddafi für Europa zur Haßfigur geworden, davor galt der libysche Despot lange als salonfähig. Zu verdanken hatte er das einem Österreicher: Bruno Kreisky. Die ungewöhnliche Männerfreundschaft zwischen Bundeskanzler und Tyrann gibt bis heute Rätsel auf.


 


Zum Tode von Nikolaus Harnoncourt


Reimertz preist den großen Musiker und versucht, ihn musikgeschichtlich einzuordnen


 


Madonna warst du, und Madonna wirst du wieder


Eine Wiederbegegnung mit der Florentiner Malerei des frühen XVI. Jahrhunderts. Für Damen nicht ohne Konsequenz


 


Vom kosmischen Flirren umflutet


Der spanische Maler Joaquín Sorolla sah als einer der letzten die unverletzte Welt des alten Spaniens. Am Ende seines Lebens ahnte er dessen Zerstörung.


 


Glanz und Elend einer großen Kultur


Reimertz stattet den Etruskern in der Münchner Antikensammlung einen Besuch ab und verfällt in geschichtsphilosophische Reflexionen. In einer Ecke entdeckt er die schönste aller Terrakottafiguren und staunt über einen goldenen Kranz.


 


Aufbrechendes Leben, infiziert mit Todeskeim


Die geniale Kunst des Holländers Karel Appel erscheint wie eine ständige Bewegung zwischen dem Ursprung und dem Nichts


 


Drei Weise in Wien


Stephan Reimertz würdigt drei österreichische Künstler: Den Schauspieler und Regisseur Otto Schenk, den Maler Arnulf Rainer und den Dichter und Architekturkritiker Friedrich Achleitner. Wien hat es unserem Dichter angetan. Ein Opernball in Berlin dagegen wäre für ihn ein Alptraum.


 


Über Heinz Berggruen


Mit Heinz Beggruen führte Reimertz viele spannende Gespräche über Kunst und Künstler; hier blättert er in Berggruens charmanter Aufsatz-Sammlung »Abendstunden in Demokratie« und macht dabei eine überraschende Entdeckung

Zuletzt durch Stephan Reimertz aktualisiert: 09.10.2016

Literaturport ID: 2758