Volker Lüdecke

Vita

Volker Lüdecke, Abitur und Zivildienst in Hannover, seit 1983 in Berlin. Er studierte in einem Projektstudium "Szenisches Schreiben" an der HdK, absolvierte ein Grundstudium Kulturwissenschaft an der HU-Berlin und Theaterwissenschaft/Germanistik an der FU-Berlin (nicht abgeschlossen) und war 1994 Stipendiat der Sprechtheaterwerkstatt des Literarischen Colloquiums Berlin und 1999 Stipendiat der Stiftung Preussische Seehandlung.
Volker Lüdecke, Bühnenautor bei den Verlagen: Drei Masken Verlag, München, stueckgutverlag, München, und Felix-Bloch-Erben, Berlin, erhielt 1997 für seinen Theatertext "Darja" den Else-Lasker-Schüler-Dramatikerpreis (der Preis wurde aufgeteilt, Volker Lüdecke für "Darja", Werner Fritsch für "Höllensturz ... ").
Texte von Volker Lüdecke wurden uraufgeführt: 1) "Aufstieg zu Prospero", Berliner Theatertreffen 1988 (Stückemarkt), 2)"Salmiak Noir" Drehbuch Spielfilm,
Babylon Filmkunsthaus, 1992, und Internationales Filmfestival Ümeo, Schweden 1993, 3) "Deutschland den Doofen"(Auftragsarbeit für FBE), am Landestheater Mecklenburg/Neustrelitz, 1996,
4)"Darja", Pfalztheater Kaiserslautern, 1998; 2013 "Darja" im Theater unterm Turm, 5) "Brüsseler Spitzen", Maxim Gorki Theater, Berlin, 2000,  6)"Leonida" in Klara Höfels "Erstes Autorentheater Berlin" 2006 im Literaturhaus Berlin u.a. in zwei verschiedenen Inszenierungen aufgeführt. 7)"Bauernstaat", an den Bühnen der Stadt Gera, Großes Haus, 2008.
Neue Texte und Film 2013/14/15:
"Kommissar Katzorke - Süße Schrippen" (2013) Berlinkrimi, Band 1  "Fracking Desaster Blues" - Sieben Kurzgeschichten zur Rettung der Welt (2014).  "Die Fliege im Finanzamt" (2015) Berlin Novelle von Volker Lüdecke. Die Komödie "Bauernstaat" Europa Trilogie Teil 3. Episode 1 "The Games of Ma Jong" (2014) jetzt online for free. Download bei VHX.TVVolker Lüdecke schrieb 2011 sein „HEUTE IST JA NUR DIE ZUKUNFT VON GESTERN" in die ruinöse deutschsprachige Theaterlandschaft. Die „Radikalkomödie“ wartet nun im Drei Masken Verlag darauf, die Karrieren von Regisseuren, Schauspielern, Bühnen- und Kostümbildnern zu befeuern. Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zusammenarbeit: Können, Mut und kreative Widerstandskraft! Die neuen Konventionen der Theater sind wie die alten. Nur eines ist gewiss: Theater muss wie eine Droge wirken, die sowohl Geist als auch Sinnlichkeit stimuliert!
2002-2004 führte Volker Lüdecke bei den Kurzfilmen "Hoffest" (Kamera Michael Kotschi) und "Oxygen" Regie und schrieb für das Feuilleton der FAZ und Die Welt. Ab 2012 folgten noch weitere Kurzfilme.
Texte von Volker Lüdecke wurden in Lesungen/ Szenischen Lesungen an Theatern/Literaturhaus vorgestellt:
1)"Mesalliance", auf Einladung von Heiner Müller am Berliner Ensemble und am Maxim Gorki Theater, 1994, 2) "Topterroristen Think Tank" im Literaturhaus, Berlin, 2006, 3) "Der Afrika Kinematograph" im Literaturhaus, Berlin, 2006.
"Topterroristen Think Tank" wurde außerdem vom Staatstheater Karlsruhe zu den Deutsch/Französischen Autorentagen 2007 eingeladen und in einer Szenischen Lesung vorgestellt. "Magic Mushrooms" wurde 2009 am Badischen Staatstheater zu den Deutsch/Französischen Autorentagen gezeigt.
2007/2008 schrieb Volker Lüdecke seine neuen Theatertexte "Theaterbeschimpfung" und "Morignone".
2008/2009 schrieb er seinen Text "Magic Mushrooms", der 2009 während der Deutsch/Französischen Autorentage am Badischen Staatstheater in einer Szenischen Lesung vorgestellt wurde. Er beschreibt schon 2008 die Katastrophe von ertrinkenden Flüchtlingen im Kontext des europäischen Kolonialismus.
2009/2010 schrieb Volker Lüdecke als eine Auftragsarbeit das Drehbuch "The Roma Investigation about Romeo and Juliet".
Beim Drei Masken Verlag sind seit 2010, außer einer bereits uraufgeführten Auftragsarbeit vom früheren Verlag Felix Bloch Erben, auch sämtliche dort früher angebotenen Theatertexte erhältlich (siehe folgendes Werkverzeichnis). Drei Masken Verlag, Tel.: 089/54456909. Außerdem sind Stücke von Volker Lüdecke beim stueckgutverlag, München, zu finden.
Volker Lüdecke ist seit 2000 verheiratet, sein Sohn wurde 2001 geboren.

Würdigung

"Sprechtheater Werkstatt" Stipendium des Literarischen Colloquiums 1994
Else-Lasker-Schüler-Dramatikerpreis 1997
Literaturstipendium der Stiftung Preußische Seehandlung 2000

Aktuelles

1. Neuerscheinung 2017 im 4. Bühnenverlag:


Sein Jugendtheaterstück Mephisto und die weise Frau, 1D 1H, bestens geeignet für Studiotheateraufführungen, Schulen oder Open Air Theater Veranstaltungen, hatte Volker Lüdecke 2016 für das Projekt e-transform der Uni Augsburg und BTU Cottbus verfasst und bis zur Veröffentlichung beim Verlag razzoPENuto im März 2017 noch weiter ausgearbeitet.


Somit sind Volker Lüdeckes Theatertexte nun bei vier Theaterverlagen und als Taschenbücher bei createspace/amazon erhältlich. Die Theaterverlage sind:


Felix Bloch Erben Verlag Berlin, stueckgutverlag München, Drei Masken Verlag München und razzoPENuto Verlag Berlin.


 


"Bernsteinzimmer" das neue Theaterstück von Volker Lüdecke jetzt auch im Verlag razzoPENuto erschienen.


"Die Fliege im Finanzamt", Berlin-Novelle von Volker Lüdecke


Berlin ist fern von den Alpen, aber die Alpen sind ein Spiegelbild unseres globalen Ökosystems. Morignone-Die Mini Serie erinnert schon jetzt an die Bergsturz Katastrophe von 1987 und wird auf diesem Hintergrund in zwei Staffeln dramatisch und unterhaltsam über die Folgen des Klimawandels in einem sensiblen Ökosystem erzählen Es würde uns freuen, neue Fans für unser Filmprojekt zu gewinnen!
Aktuelle Kampagne: Morignone-Die Mini Serie
Infos zum Morignone Filmprojekt

Plunderprojekt mit Lesung von Volker Lüdecke am 14. und 15. Mai 2015 in der Brotfabrik Berlin

Volker Lüdecke als Autor im Serious Games Projekt der Fachhochschule Augsburg e-transform

Dezember 2014: Volker Lüdecke hat sein Buch FRACKING DESASTER BLUES veröffentlicht.

Multimedialer Vortrag zum Thema Textrecherche und Stücktext Lesung von "Lower Prenz Eastside" von Volker Lüdecke am 2.4.14 um 20 Uhr in Berlin in der Brotfabrik (Weissensee) im Rahmen der Dramatiker Union, 7. Club der Autoren.
In verschiedenen Rollen: Marija Jancic, Ronald Uecker, Stephan Kostropetsch, Tanja Watoro und Erwin Schastok.
Info at www.dreimaskenverlag.de/aktuelles/news/controller/show/n/nachrichten/746/

Volker Lüdecke hat seinen Berlinkrimi "Kommissar Katzorke - Süße Schrippen"
als ebook und Taschenbuch veröffentlicht:



Wünsche allen Lesern frohe Weihnachten und ein erfolgreiches Jahr 2014!




Darja - kinematographisch-szenische Installation
Premiere war am Freitag 14.06.2013 um 20:30
IM STUDIO ZWEI / THEATER UNTERM TURM
Düsseldorfer Str. 2, U-Bahn Hohenzollernplatz
Weitere Termine: die Veranstaltung kann als Gastspiel gebucht werden.

Es lesen und spielen Marija Jancic, Ronald Uecker und Stephan Kostropetsch
Buch und Regie Volker Lüdecke

Mein Theatertext Darja wurde 1997 mit dem Else Lasker-Schüler-Dramatikerpreis ausgezeichnet und 1998 am Pfalztheater Kaiserslautern uraufgeführt.
Synopsis
Am ersten Hochzeitstag von Darja und Hermann machen beide einen Campingausflug ins städtische Naherholungsgebiet Steinhuder Meer. Sie genießen den Tag, frotzeln und necken sich gegenseitig. Aber Darja wird auch von ihren traumatischen Kriegserlebnissen heimgesucht, wenn bestimmte Wörter fallen.
Wieder zu Hause bringt Darja den Sohn zu Bett und Hermann freut sich auf das Jubiläum der Hochzeitsnacht, das zelebriert werden soll. Doch daraus wird nichts, denn unerwarteter Besuch gibt sich als ein Freund von Darjas Bruder aus und verschafft sich Zutritt.
Darja fürchtet, dass sie eine Todesnachricht aus dem Kriegsgebiet erhält, aber Victor, der unbekannte Besucher, beruhigt sie, ihrer Familie gehe es gut.
Durch die gute Nachricht kommt Feierlaune auf. Man tanzt ausgelassen, doch Hermann verträgt den mitgebrachten Schnaps nicht, wird komisch und fällt bald betrunken ins Bett.
Victor will Darja dringend etwas mitteilen, aber sie verweigert sich, denn sie will sich ihm nicht zu sehr annähern. Ihre Kriegserlebnisse aus dem Bosnienkonflikt im ehemaligen Yugoslawien haben sie misstrauisch werden lassen. Doch sie kann nachts nicht schlafen und weckt den schlafenden Victor versehentlich auf.
Der reagiert heftig, bedroht sie mit einer Waffe. Nun kann sie ihm nicht mehr ausweichen und erfährt, dass er gekommen ist, um sie zurückzuholen. Sie sei eine wichtige Kämpferin und außerdem sei ihr erster Mann lebend aufgefunden worden. Sie habe versehentlich den falschen Leichnam als ihren Mann identifiziert.
Ein Machtspiel um Leben und Tod entwickelt sich zwischen den beiden Kontrahenten. Darja lehnt es ab, sich und ihren Sohn erneut in Gefahr zu bringen. Victor mahnt eine schnelle Entscheidung an, sonst werde er ihren Sohn allein zu seinem Vater zurückbringen.
Mit beharrlichen Gegenargumenten gegen den Wahnsinn von Kriegslogik und Propaganda gelingt es Darja, Fragen im Scharfschützen Victor aufzuwerfen, was die Berechtigung des Tötens betrifft. Victor wollte im Krieg immer den Tod seines Vaters rächen, bis er erfährt, dass auch die eigene Kriegspartei eigene Leute aus strategischen Gründen eliminierte.
So zerrinnt sein wichtigstes Handlungsmotiv, er sieht keinen Sinn mehr darin, Darja und ihren Sohn auszuliefern.
Am darauffolgenden Morgen entdeckt der vom Trinken verkaterte Hermann Darja und Victor aneinandergelehnt schlafend und interpretiert diesen Anblick als Ehebruch.
In seiner Wut beleidigt er Darja so massiv, dass sie sich daraufhin dafür entscheidet, ihn sofort zu verlassen. Victor greift nicht ein, denn er fühlt sich für die Konflikte anderer nicht mehr zuständig.
Als Darja tatsächlich einen Koffer packt, bittet er sie, doch zu bleiben, aber zu spät. Darja empfindet auch ihre zweite Heimat in Deutschland als bedrohlich, denn Hermann macht in seiner Wut und Enttäuschung Anstalten, sie durch eine Vergewaltigung zum Bleiben zu zwingen.
Dagegen wehrt sich Darja erfolgreich.



KLASSENKAMPF
Im Mai 2013 ist der Kurzfilm "Klassenkampf" nach meinem gleichnamigen Theatertext im Drei Masken Verlag fertig geworden. Interessierte können ihn sich beim Filmportal Reelport ansehen.
Logline: In einer politischen Gruppe, die sich das Thema soziale Revolution und Klassenkampf zur politischen Aufgabe gemacht hat, läuft eine verhängnisvolle Gruppendynamik darauf hinaus, dass einer als Anklage gegen die anderen seinen Freitod inszeniert. Nun rätseln die Hinterbliebenen über seine Motive und die Frage der Schuld.
Hier der Link zum Filmportal reelport:
www.reelport.com/index.php
jetzt auch bei vimeo: vimeo.com/83930305



Einladung an Filmproduzenten!

Am 27. April 2012 wird im erweiterten Rahmen der 58. Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen der Film "Heute ist ja nur die Zukunft von gestern" gezeigt.

Basierend auf dem im DREI MASKEN VERLAG erschienen Theaterstück von Volker Lüdecke deutet er mit seinem abgründigen Humor bereits die Atmosphäre dieser schwarzen Komödie an, die insgesamt noch verfilmt werden wird.

Produzenten sind also herzlich eingeladen, am 27. April in Oberhausen einen Vorgeschmack ihres eigenen künftigen Kinoevents genießen zu dürfen.


Ankündigung NEUES STÜCK 2011
Trotz schwarzmagischer Angriffe, Anfeindungen, Schikanen und Verleumdungen ist es Volker Lüdecke wieder gelungen, seinen neuen Theatertext „HEUTE IST JA NUR DIE ZUKUNFT VON GESTERN" in die ruinöse deutschsprachige Theaterlandschaft zu schreiben.
Seine „Radikalkomödie“ wartet nun im Drei Masken Verlag darauf, die Karrieren von Regisseuren, Schauspielern, Bühnen- und Kostümbildnern zu befeuern.Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zusammenarbeit: Können, Mut und kreative Widerstandskraft! Die neuen Konventionen der Theater sind wie die alten. Nur eines ist gewiss: Theater muss wie eine Droge wirken, die Geist und Libido stimuliert!

"Magic Mushrooms", Schauspiel für 1D 1H, wurde 2009 zu den Deutsch Französischen Autorentagen eingeladen und als Szenische Lesung von Donald Berkenhoff inszeniert.

Am 15. Februar 2008 fand die Uraufführung "Bauernstaat" von Volker Lüdecke, Komödie, Bühnen der Stadt Gera, Großes Haus, statt.

Neue Theatertexte von Volker Lüdecke:

1) "Magic Mushrooms"
Ungezählt sind die zwischen Afrika und Europa ertrunkenen Boat People, welche die Not dieses ausgebeuteten Kontinents widerspiegeln. In "Magic Mushrooms" werden die Rollen vertauscht: der Europäer ist auf existentielle Hilfe angewiesen, auf Gedeih und Verderb einer illegalen Einwanderin, die nicht dazu bereit scheint, für sein Überleben ihr Versteck aufzugeben. 
 
2) "Morignone"
Die von Menschen verursachte, globale Klimaerwärmung ist seit kurzer Zeit nicht mehr nur eine Hypothese, sondern wissenschaftlich erwiesene Tatsache.
In der angedeuteten Erzählform des modernen Märchens erzählt "Morignone" die Geschichte einer vermeidbaren Katastrophe. Die Bewohner des durch die Katastrophe eines Bergsturzes zerstörten Dorfes Morignone missachteten alle Warnzeichen, die ihr tödliches Verhängnis ankündigten.
"Morignone" von Volker Lüdecke weist jedoch über das historische Ereignis der Katastrophe, des "es war einmal", hinaus in eine (sich bereits ankündigende)Zukunft, und zeigt die Leidenschaften, die einem rational vernüftigem Umgang mit den Warnzeichen der Klimaentwicklung entgegenstehen.
Lebensgewohnheiten, Konsum und gesellschaftliche Stellung sind eben zu einem großen Anteil emotional gesteuert. Daher lässt sich menschliches Bewusstsein allein durch Argumente nur sehr schwer verändern.
"Morignone", ein pessimistischer Blick in Vergangenheit und Zukunft, voller Leidenschaft und Gewalt. Eine aufrüttelnde Zukunftsvision, die mithelfen soll, die richtigen Konsequenzen zu ziehen.

3) "Theaterbeschimpfung"
Das staatlich geförderte deutsche Theatersystem des Sprechtheaters ist mit seinen Mitteln und Möglichkeiten einmalig in der ganzen Welt.
Unverständlich daher, dass viele Bühnenautoren, die mit ihren Texten die Basis für diese Kunstsparte erarbeiten, in der Regel am geringsten davon profitieren. Der Autor wurde weitestgehend von Regisseur und Dramaturg aus dem Theaterbetrieb verdrängt, was sich nicht nur in seiner sozialen Situation niederschlägt. Eine Folge davon ist auch, dass Spielpläne oft, von den Themen und Stoffen her, hinter einer realen gesellschaftlichen Entwicklung hinterher hinken. Zuschauerverlust und Verlust von gesellschaftlicher Relevanz sind Symptome für das Problem der Verdrängung der Autoren, die schreibend Gesellschaft reflektieren, aus dem Betrieb Theater.
"Theaterbeschimpfung" von Volker Lüdecke holt die Musiker mit auf die Bühne, und stellt auf sarkastisch unterhaltsame Weise die notwendigen Fragen zur Diskussion.



4) "Topterroristen Think Tank"
Mit den Mitteln der Groteske zeigt Volker Lüdecke eine Gruppe von Terroristen, die sich von ihrem Anliegen, politische Veränderung zu bewirken, immer weiter entfernen. Je öfter sie in den öffentlichen Medien erscheinen, desto stärker werden sie zu deren Spielball. Die Gruppe gerät in die Abhängigkeit von politischen Drahtziehern, die sich selbst als Topterroristen ausgeben. Wer sich allerdings tatsächlich dahinter verbirgt und den "Koffer voll Geld" überreicht, bleibt offen.
Das Stück "Topterroristen Think Tank" entstand unter dem Eindruck der Entführung von Margarete Hassan, einer Mitarbeiterin der Hilfsorganisation Care, die ermordet wurde.
Volker Lüdecke spannt in seinem Text durch eine überraschende Wendung noch einen weiteren Bogen: die vorgestellte Gruppe von Terroristen und ihre mediale "Aufbereitung" stellen sich am Ende des Stückes als eine Simulation von Armeeangehörigen heraus, die in der Rekrutenausbildung für den Antiterrorkampf zur Feindaufklärung dienen soll.




Wir "tanken" Terrorismus

Zur Lesung von „Topterroristen Think Tank“ anlässlich der Deutsch-Französischen-Autorentage am Badischen Staatstheater Karlsruhe 2007, ein Kommentar von Volker Lüdecke.

Ob wir es wollen oder nicht, unsere Gesellschaft und unsere Kultur wurden und werden nicht nur intensiv durch die USA, sondern auch in einem nicht unerheblichen Ausmaß durch den internationalen Terrorismus verändert.
Höchste Zeit für das Theater, sich auf kultureller Ebene mit dem Phänomen einer zweiten Supermacht auseinanderzusetzen.
Kulturelle Hegemonie kennzeichnete bisher in erster Linie eine territoriale Supermacht. Seit dem 11. September existiert eine Supermacht ohne Territorium, die in ähnlicher Weise eine unsere Gesellschaft verändernde Power erzielte.
Gesetze (Beispiel: Vorratsdatenspeicherung) wurden und werden verändert, die Sicherheitsindustrie boomt, weltweite Militäreinsätze werden legitimiert, Operninszenierungen vom Spielplan genommen, schlechte Karikaturen führen zu Handelsembargos. Und die deutsche Versicherungswirtschaft erklärt die Gefahr, durch einen terroristischen Anschlag ums Leben zu kommen, zum normalen, alltäglichen Lebensrisiko.
Damit gehört der terroristische Anschlag zu unserer Gesellschaft, wie der tödliche Verkehrsunfall auf der Autobahn. Aber deren Opferzahlen werden auf unterschiedlicher Ebene verhandelt. Beispielsweise scheint es unmöglich, in Deutschland ein Tempolimit auf Autobahnen durchzusetzen.
Der deutsche Sicherheitswahn dagegen, in Bezug auf das Thema Terrorismus, kennt bald kein Tabu und keine Grenzen mehr. Auch nicht gegenüber unserer Verfassung. Führt man sich allein das Ausmaß der gigantischen Überwachungsmaschinerie vor Augen, die installiert wurde und wird, um angeblich nur unsere Sicherheit zu gewährleisten, wird menschliches Leben offensichtlich unterschiedlich bewertet. Dieser Aktionismus taugt leider überwiegend nur dazu, unsere Freiheits-und Bürgerrechte auszuhebeln.
Spricht man von einer kulturellen Hegemonie einer zweiten Supermacht, im Sinne der Wirkungsgeschichte des internationalen Terrorismus, dann sind in erster Linie wir selbst die besten Handlanger dieser terroristischen Supermacht. Ihre Power zwingt uns offensichtlich dazu, unsere freiheitlichen Errungenschaften und Ideale binnen weniger Jahre selbst zu zerstören.
Wenn Paul Virilio von einer Militärstrategie der „fleet in being“ durch eine Supermacht schreibt, wissen wir nun, was die Strategie des „Terroranschlag in being“ mit uns und in unserer Gesellschaft angerichtet hat.
Wer unsere Lebenswirklichkeit einer Sicherheitsindustrie überantwortet, flüchtet vor dem Leben, weil er Leben nur noch als Überleben definiert. Wer z.B. auf dem Theater die Realität idealisiert, flüchtet vor ihr. Eskapismus wird ausreichend geboten, jetzt geht es darum, das Theater wieder zu einem Instrument der Auseinandersetzung mit dem Hier und Jetzt zu machen.
Die Power des Terrorismus unterstützen wir alle nicht nur indirekt an der Tankstelle, sondern auch ganz direkt durch unsere Zustimmung oder Duldung von Sicherheitsgesetzen, militärischen Einsätzen und kulturellen Selbstzensuren. Denn wir sind es, die unsere Gesellschaft verändern, also die Power von Terroristen potenzieren. Aber dieses Phänomen kennen wir ja aus der Zeit des Deutschen Herbstes.
Betrachten wir die Antihelden dieser neuen Supermacht, so stellen wir fest, dass es sich um im Medienlicht erbärmlich flimmernde Figuren handelt, an Anzahl mutmaßlich gering und abhängig von finanzieller Unterstützung - was Raum für Spekulationen bietet, man folge den Spuren des Geldes, aber hüte sich vor Verschwörungstheorien!
Als Menschen mögen sie sogar sympathisch sein, weil sie sich wehren, aber in ihrer Brutalität und in ihrer virtuellen Medienexistenz erscheinen sie nur als verabscheuungswürdige Mörder.
Ihre tatsächlich ausgeübte Macht, solange sie auch in islamischen Gesellschaften relativ isoliert sind, steht in keinem adäquaten Verhältnis zu ihrer tatsächlichen Macht. Vergleichbar mit der Militärstrategie der „fleet in being“, handelt es sich um eine erstaunliche Simulation von Macht. Man möchte fast meinen, ihr Auftreten käme gelegen.
Und hier zeigt sich das eigentlich Theatralische dieser Figuren. Wenn wir tatsächlich den Versuch unternehmen, uns ihnen anzunähern, oder sie an uns heranzurücken. Sogar das Komische an ihnen kommt heraus. Dann oszillieren hinter der Terroristenmaske Menschen zwischen revolutionärer Attitüde, krimineller Energie, persönlichem Schicksal, Idealismus, Menschlichkeit, Abenteurertum und selbstgefälliger "Heiligsprechung".
Topterroristen können keine Revolutionäre sein, da echte Revolutionäre im Gegensatz zu Faschisten ihre Gewalt nicht blind gegen fremde Gesellschaften richten, sondern einen revolutionären Umsturz der Gesellschaft anstreben, in der sie leben und für die sie kämpfen.
Die selbsternannten Topterroristen verlieren in diesem Kontext an Bedrohungspotential. Ihre demonstrierte Abhängigkeit von den Massenmedien zeigt ihre bürgerliche Neigung zur Hitparade, oder zum sentimentalen Mahdi Aufstand. Sie schrumpfen auf ihr wirkliches Maß, sind nur vorhanden in ihrem sich gegenseitig Überbieten an Brutalität. Denn anders finden ihre Karrieren medial nicht mehr statt.
Allein in diesen Zusammenhängen liegt die schärfste Kritik an der Gewaltanmaßung, die alle beteiligten Seiten uns zumuten. Schon Chaplin wusste, welche Macht das Gelächter gegenüber jeder Form von politischem Größenwahn bewirkt.
Aus diesen Gründen sollten wir die Menschen hinter der Maske des Terrors mit den ästhetischen Mitteln des Theaters an uns heran rücken, um nicht Gefahr zu laufen, selbst Teil einer hysterischen, fast nur emotional geführten Debatte zu bleiben, in deren Folge wir im Begriff sind, unsere fundamentalen Grundrechte selbst zu begraben, oder sie in einem staatlichen Sicherheitswahn bereits begraben lassen haben.

Werk

Eigenständige Veröffentlichungen

Veröffentlichungen in Anthologien

Medien für eine erneuerbare Energieversorgung

www.etransform.org2016 serious games/Schauspiel

THEATERAUTOREN-WERKSTATT 1994

Literarisches Colloquium Berlin1994 Drama, Szene aus "Mesalliance" als Beitrag zur Anthologie

PLUNDERN (Literaturprojekt von Katharina Schlender, gefördert durch Berlins Senator für Kulturelle Angelegenheiten)

KunstKatalyse, elke.scheler@kunstkatalyse.de2015 Prosa, "Jede Scheibe hat Respekt verdient!", Textbeitrag zur Anthologie

Veröffentlichungen in literarischen Zeitschriften

Das neue Bilka kam aus Istanbul

Die Welt2001 Kurzgeschichte

Stummer Spitzel

Frankfurter Allgemeine Zeitung FAZ2001 Kurzgeschichte

Sechs Milliarden Personen suchen einen Fettnapf

Die Welt2001 Kurzgeschichte

Unsichtbar in Berlin

Die Welt1999 Kurzgeschichte

Über Werk / Autor

Alter Plunder zu neuen Geschichten

die tageszeitung, taz2015 Theaterkritik

Blickwechsel/Regards Croisés

Klappe auf-Kulturmagazin2009 Theaterliteratur

Von einer Premiere in die andere

Neues Gera2008 Komödie

Marathon im Maxim Gorki

Neues Deutschland1995 Theaterliteratur

PLUNDERN – Das Labyrinth der nutzlosen Dinge

Berlin Bühnen2015 Theaterliteratur crossover

Uraufführung "Bauernstaat" von Volker Lüdecke

2008 Theaterkritik

Dritte Deutsch-Französische Autorentage zum Thema «Neue Armut»

Baden-Württemberg.de2007 Theaterliteratur

sonstige Werke

"Salmiak Noir", Spielfilm, 16mm, sw, 78 min.
"Hoffest", experimenteller Kurzfilm
"Oxygen" experimenteller Kurzfilm
"Klassenkampf" 2013, Kurzfilm
"Im Himmel über Berlin und darunter" 2013, Kurzfilm


The Games of Ma Jong


Katalog Deutsches Theatermuseum


Katalog der Deutschen Nationalbibliothek


Katalog der Zentral- und Landesbibliothek Berlin


Forschungsprojekt e-transform der Uni Augsburg und BTU Cottbus, Publikation 3


Drei Masken Verlag


 

Multimedia

Zuletzt durch Volker Lüdecke aktualisiert: 10.11.2017

Literaturport ID: 745