Wir haben Kurator*innen gebeten, wichtige Orte der jeweiligen Szenen zusammenzustellen und so kann man sich auf verschiedenen Sprachlinien durch die Stadt bewegen. 

Arabische Szene

Zusammengestellt von Leila Chammaa und Nemat Khaled
  • 1. Amal, Berlin!
  • 2. Baynetna – Zwischen uns. Die arabische Bücherei
  • 3. Edition Orient
  • 4. Freie Universität Berlin. Seminar für Semitistik und Arabistik
  • 5. Institut für Islamwissenschaft
  • 6. Hans Schiler Verlag
  • 7. Levante Berlin Verlag
  • 8. Papyri. Ägyptischer Kulturladen
  • 9. Staatsbibliothek zu Berlin. Preußischer Kulturbesitz. Orient- und Ostasien-Lesesaal
  • 10. Ulme 35. Raum für Kunst, Kultur & Begegnung
  • 11. Zentral- und Landesbibliothek Berlin
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Leila Chammaa und Nemat Khaled

Leila Chammaa, in Beirut/Libanon geboren, studierte Islamwissenschaft, Arabistik und Politologie an der FU Berlin und im Zusatzstudium Deutsch als Fremdsprache an der HU Berlin. Seit 1990 übersetzt sie arabische Literatur ins Deutsche, zunächst ausschließlich Prosa, seit einigen Jahren aber auch mit Begeisterung Lyrik. Neben ihrer übersetzerischen Arbeit dolmetscht und moderiert sie Lesungen mit Schriftstellern und Lyrikern aus der gesamten arabischen Welt und kuratiert literarische Veranstaltungen. Sie ist außerdem als Beraterin und Gutachterin für Verlage, Kultureinrichtungen und Festivals im Bereich arabischer Literatur tätig.

Nemat Khaled ist eine palästinensisch syrische Autorin. Sie schreibt Kurzgeschichten, Romane und Theaterstücke. Zudem ist sie Literaturkritikerin und veröffentlichte in diesem Kontext etliche Werke.
Nemat Khaled ist darüber hinaus Journalisten und war von 1993-2005 für die in London erscheinende Tageszeitung Al-Quds Al-Arabi und von 2005 bis 2008 für die in Ramallah erscheinende Zeitschrift al-Tareeq tätig.Seit 2015 lebt sie in Berlin. Auf Deutsch ist von ihr 2009 der Roman Hennanacht beim Alawi Verlag in der Übersetzung von Nuha Sarraf-Forst und Angelika Rahmer erschienen.

Vorwort

Auf den ersten Blick ist nicht zu erkennen, dass es eine gibt. Denn sie spielt sich eher unauffällig und im Stillen ab. Wer aber sucht, wird fündig. Findet so manchen Schatz. Einige der Schätze blicken auf eine langjährige Geschichte zurück. So feiert der Hans Schiler Verlag – ehemals das Arabische Buch – in diesem Jahr seinen 40. Geburtstag. Nur drei Jahre jünger ist Edition Orient. Beide Verlage entstanden aus dem Anspruch heraus, die zeitgenössische arabische Prosa und Lyrik hierzulande bekannt zu machen, und starteten ein Übersetzungsprogramm. Ein Unterfangen, das unerschütterlichen Idealismus und Optimismus erfordert.
Nachdem auf diese Weise die ersten Werke moderner arabischer Literatur Zugang zum deutschsprachigen Buchmarkt gefunden hatten, gründete sich Mitte der 80er Jahre der ägyptische Kulturladen Papyri als Buchhandlung und Anbieter von Arabischkursen.
In jüngster Zeit sind etliche neue Initiativen entstanden, die die Szene erheblich beleben und bereichern. Z.B. die öffentliche Bibliothek Baynetna – Zwischen uns. Sie versteht sich nicht nur als Forum für arabische Bücher im Original und in Übersetzung, sondern auch als Veranstaltungsort für literarische und kulturelle Events. Ein anderer gern besuchter Ort ist das Begegnungszentrum Ulme 35 mit seinem vielfältigen Angebot an Workshops, Lesungen und diversen anderen künstlerischen und kulturellen Aktivitäten. Und für die öffentliche Präsenz dieser Szene wie auch des politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Geschehens in Berlin sorgt die mehrsprachige Nachrichtenplattform Amal, Berlin! Ein Projekt ganz besonderer Art ist die mobile Übersetzergruppe „Al trifft Derdiedas“ (al-trifft.derdiedas@outlook.com). Im Rahmen des Stadtsprachen-Festivals 2016 rief ich ein paar Deutsch-lernende Neuberliner und Arabisch-lernende Altberliner zusammen, um eine Kurzgeschichte des syrischen Autors Kenan Khadaj aus dem Arabischen ins Deutsche zu übersetzen. Unsere Arbeitsweise: die Ergänzung. Mit vereinten Kompetenzen verwandeln wir Texte von einer in die andere Sprache. Inzwischen ist die Gruppe zu einer festen Einrichtung geworden und sogar gewachsen.Weitere Vorhaben sind in der Entstehungsphase. So der Levante Berlin Verlag für zeitgenössische arabische Literatur in deutscher Übersetzung. Und genau jetzt, während ich diesen Text schreibe, werden Ideen für neue, interessante Projekte geboren.Doch trotz aller gespannten Erwartung, was die Zukunft bringen mag, sollte eines nicht außer Acht gelassen werden: Der Fundus an unschätzbaren Kostbarkeiten, die die Berliner Bibliotheken zu bieten haben. Von der vorislamischen Zeit bis in die aktuelle Moderne, vom gebundenen Gedicht bis zum fragmentierten Roman, von Bahrain bis Mauretanien – alles ist literarisch in den Bibliotheken vertreten. Man muss nur suchen.

Und wenn man einmal am Suchen ist… entdeckt man, dass es in Berlin auch eine arabische Kinoszene, Musikszene, Theaterszene gibt und vieles mehr.

 

 

 

Amal, Berlin!
Jebenstr. 3
10623 Berlin

1. Amal, Berlin!

Amal, Berlin! ist eine Nachrichtenplattform – ausgerichtet für das Smartphone -, auf der Journalist*innen aus Afghanistan, Ägypten, Iran und Syrien von Montag bis Freitag über das aktuelle Geschehen in Berlin berichten. Zum Programmspektrum gehören aktuelle Nachrichten, Berichte, Reportagen und Interviews zu Politik, Kultur und Gesellschaft.
Das Projekt begann im September 2016.
Amal, Berlin! ist ein Projekt der Evangelischen Journalistenschule.

E-Mail: Info(at)amalberlin.de

 


 


Baynetna – Zwischen uns. Die arabische Bücherei
Stresemannstraße 95/97
10963 Berlin


2. Baynetna – Zwischen uns. Die arabische Bücherei

Nach einem Jahr Planungszeit war es am 1.3.2017 endlich so weit. Die erste arabische Bibliothek in Berlin wurde eröffnet und damit ein neuer Lese- und Kulturort geschaffen.

Der Bestand: arabische Literatur und aktuelle Sachbücher, arabische Übersetzungen europäischer Klassiker & deutsche sowie englische Übersetzungen arabischer Werke.Die Bibliothek veranstaltet zudem Lesungen und Kulturevents.

Bücherspenden sind willkommen.

Gründung von Mohannad Kaikanni, Dana Haddad & Ali Hasan in Kooperation mit Wir machen das.

Öffnungszeiten: Montag-Donnerstag 10.00-17.00 Uhr & am Wochenende 12.00-17.00 Uhr

Tel.: 015208682413

 

 

Edition Orient Verlag
Muskauer Str. 4
10997 Berlin

3. Edition Orient

Der Verlag, 1980 auf Initiative des Übersetzers Nagi Naguib gegründet, will dem deutschsprachigen Publikum orientalische Literatur der Gegenwart nahebringen.

Das Programm umfasst Romane, Erzählungen, Lyrik und Literatur für Kinder. Zurzeit sind etwa 80 Übersetzungen aus den Originalsprachen Arabisch, Farsi und Türkisch lieferbar.

Inhaber: Stephan Trudewind
Tel.: 030 61280361
E-Mail: info@edition-berlin.de

 

 

 

Freie Universität Berlin. Seminar für Semitistik und Arabistik
Fabeckstr. 23-25
14195 Berlin

4. Freie Universität Berlin. Seminar für Semitistik und Arabistik

Die Arabistik befasst sich u.a. mit der Geschichte und Literatur der arabischsprachigen Welt. Arabische Dichtung und Prosa von ihren Anfängen bis in die Gegenwart werden sprach- und literaturwissenschaftlich erforscht.
Das Institut veranstaltet zu gegebenem Anlass Lesungen mit arabischen Autor*innen.
Zudem verfügt die Institutsbibliothek über einen umfangreichen Bestand an arabischer Literatur.

Tel.: 83852698
E-Mail: ulrike.hollasch@fu-berlin.de

Institut für Islamwissenschaft
Fabeckstr. 23-25
14195 Berlin

5. Institut für Islamwissenschaft

Die Islamwissenschaft befasst sich mit islamisch geprägten Gesellschaften in Geschichte und Gegenwart. Dabei geht es um die Aspekte der islamischen Lehre und Praktiken, um die Lebenswelten von Nicht-Muslimen, Politik, Recht und Kultur inklusive Literatur.Die Institutsbibliothek verfügt u.a. über einen umfangreichen Bestand an alter und neuer arabischer Literatur.Tel.: 83852487

E-Mail: islamwissenschaft@geschkult.fu-berlin.de

 

 

Hans Schiler Verlag
Fidicinstr. 29
10965 Berlin
Sitz des Online-Buchhandels:
Hechinger Str.
372072 Tübingen

6. Hans Schiler Verlag

2002 von Hans Schiler gegründet, ist der Verlag aus dem 1977 in Berlin gegründeten Verlag plus Versandbuchhandlung Das arabische Buch hervorgegangen.

Ein Schwerpunkt des Programms liegt auf Belletristik aus dem Arabischen in deutscher Übersetzung, zweisprachigen arabisch-deutschen Lyrikbänden und Sachbüchern zum arabisch-islamischen Raum.  Der Hans Schiler Verlag betreibt außerdem den arabischen Online-Buchhandel alkutub.de.

Inhaber: Hans Schiler
Tel.: 030- 3228523
E-Mail: berlin@schiler.de

 

 

Levante Berlin Verlag
Kronbergerstr. 20
14193 Berlin

7. Levante Berlin Verlag

Der Verlag ist in der Gründung begriffen und hat sich zum Ziel gesetzt, zeitgenössische arabische Literatur auf Arabisch und in deutscher Übersetzung zu publizieren.

Inhaber: Safi Alaa Eddin
Tel.: 01735812210


 


8. Papyri. Ägyptischer Kulturladen

Dieses Projekt gründete sich 1986 mit dem Ziel, den kulturellen Austausch zwischen West und Ost zu fördern. Das Zentrum ist eine Buchhandlung und bietet zugleich Kurse zum Erlernen der arabischen Sprache an.

Inhaber: Nabil Ezzeldin
Tel.: 030 40041859
E-Mail: nabil@papyriberlin.de

Staatsbibliothek zu Berlin. Preußischer Kulturbesitz. Orient- und Ostasien-Lesesaal
Haus Potsdamerstr.
Potsdamerstr. 33
10785 Berlin




9. Staatsbibliothek zu Berlin. Preußischer Kulturbesitz. Orient- und Ostasien-Lesesaal

Die Staatsbibliothek verfügt u.a. über eine sog. Orientabteilung, die seit 1919 als eigenständige Abteilung ins Leben gerufen wurde. Neben einem umfangreichen Zeitschriftenbestand bietet sie Primär- und Sekundärwerke zu allen Aspekten Afrikas und Asiens und beachtliche Handschriftensammlungen und Handschriftenkopien auf Mikrofilm. Darüber hinaus erwirbt die Orientabteilung systematisch Literatur aus und über den von ihr betreuten Raum, sodass sie über einen enormen Fundus an arabischen Werken verfügt.


Tel.: 030 266-0
Öffnungszeiten: Mo-Fr. 9.00-21.00 & Sa 10.00-19.00

Ulme 35. Raum für Kunst, Kultur & Begegnung
Ulmenallee 35
14050 Berlin

Webseite


10. Ulme 35. Raum für Kunst, Kultur & Begegnung

Dieses Projekt versteht sich als ein Begegnungsort, an dem Menschen mit Fluchterfahrung die Möglichkeiten haben, sich künstlerisch-kreativ zu betätigen. Es finden Workshops für literarisches Schreiben, Kunstgestaltung und Musik statt. In einer Bibliothek stehen Bücher in unterschiedlichen Sprachen. Und in einem Saal werden Vorträge, Konzerte, Filmvorführungen und Lesungen abgehalten.
Zudem wird soziale und rechtliche Beratung angeboten.

Unter dem Dach der Ulme 35 sind die Vereine Free Ladies und Mada aktiv:

Free Ladies, eine Initiative von Mohammad Mallak, widmet sich der Förderung von Frauen und Kindern sozial, rechtlich und bildungspolitisch,  aber auch im kulturellen und künstlerisch Bereich. Der Verein hat sich zum Ziel gesetzt, Frauen zu mehr Präsenz und einer aktiveren Rolle im öffentlichen Leben zu verhelfen und ihre Stimme hörbarer zu machen.
Wie? Durch ein breites Angebot an Seminaren, Workshops und Fortbildungen für ein weibliches Publikum und die Organisierung von Veranstaltungen, in denen Frauen auftreten.

Der Verein Mada veranstaltet ein buntes monatliches Kulturprogramm.
Freitags um 19.00 ist Kinozeit. Samstags um 19.00 wechselt das Angebot zwischen Lesungen, Konzerten, Vorträgen, Diskussionen etc.
Mittwochs findet ein deutsch-arabisches Sprachtandem statt. Und unter der Woche werden laufend Workshops und Seminare für Kinder und Erwachsene angeboten.

Darüber hinaus hat Mada jüngst einen Literaturwettbewerb für NachwuchsschriftstelerInnen ins Leben gerufen, der 2017 zum ersten Mal ausgeschrieben wird. Die Werke der PreisträgerInnen sollen in Kooperation mit dem Levante Berlin Verlag (siehe Station Levante Berlin Verlag) auf Arabisch veröffentlicht und ins Deutsche übersetzt werden.

Gegründet wurde der Verein u.a. von Anwar Badr, Safi Alaa Eddin, Muna Asad und Zakaria Sakkal.

Tel.: 030 30612997
E-Mail: info(at)interkulturanstalten.de

Zentral- und Landesbibliothek Berlin
Amerika-Gedenkbibliothek
Blücherplatz 1
10961 Berlin
Berliner Stadtbibliothek
Breite Str. 30-36
10178 Berlin

11. Zentral- und Landesbibliothek Berlin

Die Bibliothek bietet einen großen Fundus an arabischsprachiger Literatur, Zeitschriften und Medien.

Über den VÖBB (Verbund der Öffentlichen Bibliotheken Berlins) ist zudem der Bestand aller Berliner Stadtbezirksbibliotheken abrufbar.

Tel.: 030 90226401
Öffnungszeiten: Mo – Fr 10.00 – 21.00 Uhr & Sa 10.00 – 19.00 Uhr