Leselampe

2020 | KW 36

Buchempfehlung der Woche

von w_orten & meer – Verlag für verbindendes diskriminierungskritisches Handeln (Berlin/ Insel Hiddensee)

Wir beim Verlag glauben daran, dass Wörter Wirklichkeiten gestalten – und diese Wirklichkeiten möchten wir diskriminierungskritisch, respektvoll und zugänglich gestalten. Bücher sind ein wichtiger Teil von einer Welt, wie wir sie uns wünschen: neue Perspektiven eröffnend, wertschätzend, empowernd und aktivistisch.
Link zur aktuellen Verlagsvorschau.
Im August erschien Léonora Miano erstmalig in deutscher Übersetzung: die Essaysammlung Eine Grenze bewohnen – Erinnerung dekolonisieren (übersetzt von Lisa Wegener) der vielfach ausgezeichneten, wichtigen postkolonialen Autorin. Im November erscheint dann ihr Roman Zeit des Schattens (übersetzt von Ina Pfitzner). 

Sherri Mitchell (Weh’na Ha’mu’ Kwasset – Die das Licht bringt)
Aktivismus heißt Verbindung. Indigene Weisungen zur Heilung der Welt
Ü̈bersetzung aus dem Amerikanischen Englisch von Jen Theodor, w_orten & meer – Verlag, Berlin/ Insel Hiddensee 2020

Die Autorin, Aktivistin und Juristin Sherri Mitchell spricht und lehrt auf der ganzen Welt zu den Themen Indigene Rechte, Umweltgerechtigkeit und politische Spiritualität. Bei w_orten & meer ist jetzt ihr wichtiges Buch Aktivismus heißt Verbindung. Indigene Weisungen zur Heilung der Welt erschienen.

Das Buch thematisiert aus postkolonialer Perspektive und aus der Tradition von Indigenem Aktivismus: Wie bedingen sich Klimakatastrophe und die zunehmenden Konflikte zwischen Menschen gegenseitig? Warum nimmt Gewalt global eher zu als ab – sowohl zwischen Menschen, zwischen Staaten als auch zwischen Menschen und Natur?

Sherri Mitchell eröffnet mit ihrem visionären, analytischen und bewegenden Buch ganz neue Argumentationen für ein westlich sozialisiertes Publikum, die die Logiken von Schuld und Richtig/Falsch verlassen. Stattdessen wird ein respektvoller und gewaltfreier Ansatz detailliert und konkret vorgestellt.

Die Lektüre kann lebensverändernde und weltrettende Wirkungen auslösen.
Das Buch ist in einer klaren Sprache geschrieben: intensiv, konkret und bewegend.
Es ermuntert zu einem politischen Aktivismus, der Gewaltspiralen verlässt, indem Menschen sich neu verbinden mit allem Lebendigen – mit sich selbst und den eigenen Ängsten, mit anderen und dem umfassenden Schmerz durch die koloniale und neokoloniale Geschichte. Aktivismus heißt Verbindung eröffnet Möglichkeiten individueller und kollektiver Heilung durch konkrete eigene und gemeinschaftliche Handlungen in Zeiten globaler Herausforderungen. Es bestärkt und bietet Handlungsansätze für Wege aus gesellschaftlichen Sackgassen.

Das Buch ist eine Empfehlung für alle Menschen, die mit der Klimakrise, dem zunehmenden Rassismus und größerer sozialer Ungerechtigkeit neue Formen des politischen Selbstverständnisses und des politischen Aktivismus suchen. Das Buch gibt dafür konkrete Handlungsideen und zeigt auf, wie auch in diskriminierungskritischen Kontexten Gewalt häufig normalisiert ist. Es gibt informierte Impulse für ein politisch und nachhaltig gestaltetes Leben. 

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2020

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